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Ein bisschen Titanic auf der Elbe

Dampfer läuft auf Grund Ein bisschen Titanic auf der Elbe

Es sollte ein vergnüglicher Ausflug auf der Elbe werden, doch die Schiffsfahrt endet abrupt. Ein Dampfer mit 52 Menschen an Bord ist am Donnerstagabend vor Hamburg-Rissen auf Grund gelaufen. Der Unfall ging glimpflich aus.

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Die "Große Michel" ist am Donnerstag auf Grund gelaufen.

Quelle: Michael Arning

Hamburg. Die Havarie ereignete sich ausgerechnet einen Tag bevor am Freitag das Programm des Hamburger Hafengeburtstages vorgestellt wurde, zu dem sich Anfang Mai gleich mehr als 300 Schiffe ein Stelldichein geben werden. Die Folgen des Unfalls hielten sich allerdings in Grenzen. Ein Polizeisprecher gab am Freitag Entwarnung. Von den 47 Passagieren, zwei Besatzungsmitgliedern und drei Service-Mitarbeitern sei niemand verletzt worden. Das 30 Meter lange Partyschiff sei bei ablaufendem Wasser auf einen sogenannten Stack, eine Steinbuhne zur Verminderung der Strömung, gefahren.


Das festsitzende Schiff habe 20 Grad Schlagseite gehabt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es drohte zu kentern. Alle Passagiere und ein Hund wurden mit Kleinbooten an den Anleger Wittenbergen im Stadtteil Rissen gebracht. Dort wurden sie von Notärzten untersucht. Anschließend fuhr ein Bus die Schiffspassagiere wieder in die Innenstadt. Das festliegende Schiff wurde am späten Abend von einem Schlepper ins Fahrwasser gezogen und konnte mit eigenem Antrieb zu seinem Liegeplatz an der Elbphilharmonie fahren.

Die Feuerwehr war mit 50 Mann, zwei Löschbooten und vier Kleinbooten im Einsatz. Die 1955 gebaute „Große Michel“ ist eine ehemalige Hafenfähre, die zu einem Eventschiff umgerüstet wurde.

Während nach erster Einschätzung der Polizei ein technisches Problem als Ursache vermutet worden war, lag es aber wohl doch eher an der tückischen Situation dort, wie Schiffseigner Martin Doose dem Hamburger Abendblatt sagte. Für den 26-jährigen Schiffsführer sei es die „Premierenfahrt“ für dieses Schiff gewesen, ansonsten habe er aber fünf Jahre Erfahrung in dieser Position. „Der ist jetzt völlig geknickt“, wird der Eigner zitiert. In der Engstelle zwischen Elbinsel und Elbstrand wollte er offenbar ganz am Rand fahren, um einem Riesenfrachter nicht zu nahe zu kommen. Gleichzeitig drückte aber wohl starker Südwind auf die Aufbauten der früheren Hadag-Fähre und trieb sie auf die Buhne, die bei Hochwasser nicht zu sehen ist.



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KN-online (Kieler Nachrichten)

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