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Endlich nicht mehr nur Gast

Deutsch-dänische Staatsbürgerschaft Endlich nicht mehr nur Gast

Seit 31 Jahren lebt Annie Lander-Laszig in Schleswig-Holstein. Jetzt ging für sie unerwartet ein Traum in Erfüllung: Als erste Dänin in Schleswig-Holstein hat sie die doppelte Staatsbürgerschaft beantragt. Am Donnerstag erhielt sie in Kiel ihre deutsche Einbürgerungsurkunde.

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Der dänische Pass und die deutsche Einbürgerungsurkunde sind die sichtbaren Zeichen für die doppelte Staatsbürgerschaft von Annie Lander-Laszig.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Doch zuvor musste die Pastorin ein Gelöbnis ablegen.

 „Ich bin“, gestand Annie Lander-Laszig vor der Zeremonie, „ richtig ein wenig nervös. Denn die Einbürgerung in das Land, in dem ich so lange lebe, bedeutet mir sehr viel.“ Bisher hätte sie dafür nach dänischem Recht ihren dänischen Pass abgeben müssen. „Das Land, dessen Muttersprache man beherrscht, bedeutet doch einem sehr viel. Die Sprache der Kindheit in der Lieder, Märchen und Glaube vertraut geworden ist. Meinen Pass abzugeben, kam nie deshalb für mich in Frage.“ So hatte sie nach Jahrzehnten als Dänin in Deutschland den Traum von der doppelten Staatsbürgerschaft schon zu den Akten gelegt.

 Doch dann erhielt sie aus Kopenhagen die Information, dass Dänemark ab 1. September 2015 in bestimmten Staaten auch die doppelte Staatsbürgerschaft ermöglicht. „Ich habe sofort beim dänischen Honorarkonsulat nachgefragt. Dort wusste man noch nichts davon, auch bei der dänischen Botschaft reagierte man überrascht und musste sich das erst einmal beim Justizministerium in Kopenhagen bestätigen lassen.“ Auch für die Stadt Kiel war das – trotz der im Schnitt 700 Einbürgerungen im Jahr - ein neuer Fall. Schnell durfte Annie Lander-Laszig dann einen Antrag stellen. Ein Bestandteil dabei: Die Dänin musste eine Loyalitätserklärung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland abgeben.

 Nun war es soweit: Die Einbürgerungsurkunde war fertig. Bevor Tanja Brand von der Zuwanderungsabteilung des Kieler Bürger- und Ordnungsamtes die Urkunde aber aushändigen durfte, musste Annie Lander-Laszig das Gelöbnis ablegen: „Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“ Der folgende Glückwunsch von Tanja Brand kam von Herzen – sie ist eine echter Dänemarkfan und verbringt dort immer ihren Urlaub. „Es ist ein große Ehre für mich“, bedankte sich Annie Lander-Laszig und zog einen deutsch-dänischen Wimpel aus der Tasche: „Den haben mein Mann und ich zur Hochzeit bekommen. Heute ist er das passende Symbol.“ Die 69-Jährige darf nun auch bei Landtags- und Bundestagswahlen abstimmen. „Ich fühle mich nun als gleichberechtigter Teil der Gesellschaft, in der ich lebe, und nicht mehr als Gast.“ Und zum ersten Mal in ihrem Leben bekommt sie in Kürze einen Personalausweis: „In Dänemark gibt es nur einen Pass und der ist etwas unhandlich.“

 Und was bedeutet die neue Regelung für die dänische Minderheit im Land? Bisher haben die geschätzt 50000 Mitglieder nur einen deutschen Pass. „Offiziell sind wir deutsche Staatsbürger mit dänischer Gesinnung. Viele wünschen sich aber eine doppelte Staatsbürgerschaft. Das sieht die neue Reglung aber leider nicht vor. Sie gilt nur für die, die in Dänemark geboren sind“, sagt SSW-Pressesprecher Per Dittrich, sieht aber positive Zeichen aus Kopenhagen: Dort prüft eine Arbeitsgruppe, wie man eine doppelte Staatsbürgerschaft für die dänische Minderheit rechtlich umsetzen kann.

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