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150 Minuten von Hamburg nach Kopenhagen

Deutsche Bahn im Norden 150 Minuten von Hamburg nach Kopenhagen

Es klingt noch wie Zukunftsmusik, doch jetzt werden die Weichen gestellt. Mit der Einführung des sogenannten Deutschland-Takts bei der Bahn sollen Verbindungen optimal abgestimmt und lange Wartezeiten auf den Anschlusszug gekappt werden. Das gilt auch für Kiel und Fehmarnbelt-Verbindungen nach Kopenhagen.

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In zweieinhalb Stunden vom Hamburger Hauptbahnhof (im Bild) nach Kopenhagen: Der Fehmarnbelt-Tunnel und Geschwindigkeiten bis 200 km/h auf der Strecke sollen das bis 2030 möglich machen. Derzeit braucht der ICE fast doppelt so lange.

Quelle: Ulrich Perrey/dpa

Berlin. In den am Dienstag von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) vorgestellten Plänen für den Integrierten Taktfahrplan (ITF), wie ihn die Bahn nennt, spielen die beiden Knotenpunkte Kiel und Lübeck eine große Rolle. Am Kieler Hauptbahnhof etwa sollen jeweils zur halben Stunde die Züge im Fern- und Regionalverkehr ankommen und abfahren. Für Lübeck plant das Verkehrsministerium jeweils um Viertel nach und Viertel vor die Ankunft der Züge aus dem Süden beziehungsweise die Abfahrt dorthin. Der Bahnverkehr, nicht nur im Norden, sondern in ganz Deutschland soll so nach dem Vorbild der Schweizer Bahn bis zum Jahr 2030 durchgetaktet werden.

Dafür werden in den nächsten Jahren mit einem Milliarden-Investitionsprogramm die Voraussetzungen geschaffen. Am Donnerstag etwa beschließt der Bundestag die Ausbaugesetze zum Bundesverkehrswegeplan Schiene. „Die Planung der Schienenwege werden wir am Ziel eines Deutschland-Takts mit bundesweit aufeinander abgestimmten Anschlüssen ausrichten“, hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag 2013 festgeschrieben. Überaus anspruchsvoll ist diese Aufgabe vor allem deshalb, weil in Deutschland auf ein und derselben Trasse mal ein rasend schneller ICE, mal ein etwas langsamerer Intercity, mal ein Regionalzug mit Tempo 140, mal ein Güterzug mit 100 Stundenkilometern fährt. Das macht einen abgestimmten Takt extrem schwierig. Auch werden zusätzlich Überholgleise, Überbrückungen und Untertunnelungen sowie begradigte und durchgehend elektrifizierte Strecken benötigt. Mit mehr Geld für die Bahn, solider Planung, dem Ausbau von Trassen und Knotenpunkten sowie den Möglichkeiten der Digitalisierung könne das Mammutprojekt bewerkstelligt werden, gab sich Ferlemann zuversichtlich.

Nur noch 150 Minuten von Hamburg nach Kopenhagen

Die Bahn-Experten des Berliner Ministeriums sind zudem optimistisch, dass ab 2030 eine Fahrt von Lübeck nach Kopenhagen nur noch 120 Minuten dauern wird, statt derzeit über vier Stunden. Von Hamburg in die dänische Hauptstadt ist das eine halbe Stunde mehr. Voraussetzung ist natürlich, dass bis dahin die Strecke zum Fehmarnbelttunnel auf schleswig-holsteinischer Seite zur Hochgeschwindigkeitsstrecke bis Tempo 200 ausgebaut worden ist. Die dänische Bahn, die sich in den deutschen Bahntakt einbinden will, plant auf dänischer Seite ohnehin Tempo 250.

Der CDU-Verkehrspolitiker Gero Storjohann geht sogar vom Jahr 2028 aus. Mit einer solch kurzen Fahrzeit nach Kopenhagen würde die Bahn zu einer attraktiven Alternative zum Flugzeug. Die Grünen-Verkehrsexpertin Valeri Wilms dagegen meint: „Das bringt der Bahn keine neuen Fahrgäste. Tempo 200 wird auf der Strecke nur erforderlich sein, wenn der Tunnel kommt. Ich habe aber sehr große Zweifel, ob der wirklich kommt.“

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