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Gut leben auf dem Land – auch im Alter

Diakonie-Projekt Gut leben auf dem Land – auch im Alter

Wie können Schleswig-Holsteiner auch nach 2030 im Alter gut auf dem Land leben? Antworten darauf sucht ein neues Projekt des Diakonischen Werkes – am Beispiel der Kreise Segeberg und Nordfriesland.

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Früher lebten Menschen auf dem Land ganz selbstverständlich bis zum hohen Alter mit in der Familie. Künftig müssen soziale Netze aus Familie, Fachkräften und Freiwilligen die Versorgung sicherstellen, unterstützt von neuen Technologien.

Quelle: imago

Kiel/Bad Segeberg. Das Ziel: ein Baukastensystem von Maßnahmen, mit denen sich die ländlichen Regionen in Schleswig-Holstein gezielt für die Zukunft rüsten können. Im Jahr 2030 wird mehr als jeder dritte Schleswig-Holsteiner zur Generation 60plus gehören. Vor allem: Die Zahl der Hochbetagten steigt bis dahin landesweit um 54 Prozent an. Im Kreis Segeberg geht das Statistikamt Nord sogar von einem Anstieg der Hochbetagten um knapp 72 Prozent aus. Also jener Gruppe, die besonders häufig auf Hilfe im Alltag und Pflege angewiesen ist. Wie aber soll das gehen in Zeiten, in denen Großfamilien auf dem Land immer seltener werden? In denen Kinder und Enkel oft weit entfernt wohnen, die Nachbarn tagsüber zur Arbeit fahren und die alten Menschen allein auf dem Dorf zurückbleiben? Und in denen es schon heute Probleme bereitet, Fachkräfte für ambulante Pflegedienste zu finden?

„Diese Fragen gehören zu den drängendsten Zukunftsproblemen, und wir wollen mit dem Projekt wissenschaftlich fundierte Antworten darauf geben“, sagte am Montag Landespastor Heiko Naß in Kiel. 200.000 Euro haben Diakonie und ihre Dienste dafür bereitgestellt und Prof. Michael Opielka vom Institut für Sozialökologie in Siegburg mit dem Projekt beauftragt.

Beide Kreise verfolgen unterschiedliche Ansätze

Die beiden Modellregionen wurden bewusst ausgesucht, weil sie unterschiedliche Ansätze verfolgen, erläuterte Opielka: Nordfriesland setzt eher auf Mittelzentren, im Kreis Segeberg möchte man eine dezentrale Versorgung ermöglichen. „Die Menschen sollen dort bleiben können, wo sie sich zuhause fühlen. Wer heute ein Haus im Dorf baut, soll es auch im Alter nutzen können. Dazu müssen aber ärztliche Versorgung, Pflege, Mobilität sichergestellt werden“, sagte der Segeberger Landrat Jan Peter Schröder. Er geht wie Opileka davon aus, dass künftig auch Pflegeroboter eingesetzt werden. „Ohne gute Telemedizin und intelligente Technologienutzung werden wir kein attraktives Älterwerden auf dem Land ermöglichen“, sagte Opielka.

Das größere Problem sieht der Zukunftsforscher im notwendigen sozialen Zusammenhalt: „Wohnprojekte zeigen, dass Ältere und Jüngere durchaus nachhaltig kooperieren können. Aber das ist kein Automatismus, denn unsere Gesellschaft bricht eher auseinander.“ Wie sich das Ziel „Gemeinsam statt einsam“ auf dem Land realisieren lässt, wie Familien, Fachkräfte und Freiwillige zusammenwirken können, das soll in den nächsten 18 Monaten mithilfe von Experteninterviews, Workshops und einem Online-Portal herausgefunden werden. Am Ende könnte für Landrat Schröder im Idealfall die Erkenntnis stehen: Im Alter aufs Land ziehen – das ist gut möglich!

Informationen gibt es hier:

Infos gibt Projektbetreuerin Marlen Vogel: vogel@diakonie-sh.de

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