17 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Mehr Wald in Schleswig-Holstein

Umweltminister Robert Habeck Mehr Wald in Schleswig-Holstein

Der Wald in Schleswig-Holstein wächst. „Wir sind zwar das waldärmste Bundesland, aber wir arbeiten daran“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Die Grünen) gestern. „Wir hatten 2014 einen Zuwachs von 176 Hektar.“ Und jeder Hektar mehr sei ein Gewinn für den Klimaschutz.

Voriger Artikel
Aida plant zwei neue Giganten
Nächster Artikel
Lastwagenfahrer rammt acht Autos

Mehr Wald in Schleswig-Holstein: Im vergangenen Jahr ist die Waldfläche im nördlichsten Bundesland um 176 Hektar gewachsen, wie Forstminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Kiel mitteilte.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Schleswig-Holstein verfügt laut Bundeswaldinventur über 173412 Hektar Waldfläche. Das entspricht elf Prozent der Landesfläche. Nur die beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg gemeinsam haben mit zwölf Prozent einen ähnlich niedrigen Waldanteil. Zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz und Hessen nimmt Forst jeweils 42 Prozent der Landesfläche ein.

Bereits im Jahr 1960 erklärte die schleswig-holsteinische Regierung es zu ihrem Ziel, einen Waldanteil von 12 Prozent zu erreichen. Bis dahin sei es immernoch ein langer Weg, so Habeck. „Um das zu erreichen fehlen uns noch 30000 Hektar Wald.“ Landwirtschaftliche Flächen, neue Straßen und Gewerbegebiete stünden in starker Konkurrenz zu Platz für die Aufforstung.

„Man spürt hier in Schleswig-Holstein, wie schwer es ist, Waldmehrung zu betreiben“, so Carsten Wilke, Präsident des Deutschen Forstvereins. Trotzdem fordert er bundesweit eine Erhöhung des Waldflächenanteils um 2,5 Millionen Hektar. Insgesamt ist derzeit mit 11,4 Millionen Hektar ein Drittel von Deutschland mit Gehölz bedeckt. „Nur eine Vermehrung der Waldfläche um zehn Prozent kann das natürliche ökologische Gleichgewicht halten und den Bedarf an erneuerbaren Rohstoffen decken“. Denn der werde wachsen, wenn die Ziele des G7-Gipfels umgesetzt werden sollen und auf die Nutzung fossiler Energieträger verzichtet wird. Holz ist dann als biobasierter Rohstoff gefragt.

Derzeit ist die ökologische und ökonomische Waldnutzung weitestgehend im Gleichgewicht. Es ist mehr Holz vorhanden, als entnommen wird. Deutschland besitzt einen Vorrat von 3,7 Millliarden Kubikmeter – mehr als jedes andere EU-Land. In Schleswig-Holstein beträgt der Holzvorrat rund 54 Millionen Kubikmeter und stieg im vergangenen Jahr um 7,8 Millionen Kubikmeter.

Grund für Zufriedenheit beim Minister: „Bei der Quantität kommen wir langsam voran, bei der Qualität dafür umso schneller“, so Habeck. Die Wälder würden immer naturnäher, der Anteil besonders geschützter Biotope hierzulande sei mit 14,3 Prozent vergleichsweise hoch. Zudem sei Schleswig-Holstein mit 65 Prozent bundesweit das Land mit dem zweithöchsten Laubbaumanteil nach dem Saarland. „Der Wald ist ein besonderer Ort“, fasste Habeck zusammen. Er sei nicht nur ein Hoffnungsträger im Klimaschutz, sondern auch Erholungsraum für Menschen sowie Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3