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Große Sportvereine gründen Dachverband

60.000 Mitglieder im Norden Große Sportvereine gründen Dachverband

Die 16 größten Sport- und Turnvereine in Schleswig-Holsteins üben den Schulterschluss. Am morgigen Dienstag wollen sie in Flensburg eine Art Super-Verein gründen, der dann die Interessen von rund 60.000 Mitgliedern vertreten wird.

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Harte Arbeit der Sportvereine: "Hot Iron"-Kurs bei René Schröder vom Kieler MTV

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Wir haben alle die gleichen Probleme, wir müssen uns weiterentwickeln“, begründet Carsten Schittkowski, Geschäftsführer des SV Henstedt-Ulzburg, die Entscheidung. Aus der bislang bestehenden Arbeitsgemeinschaft „Holsteiner Runde“ soll demnach ein eingetragener Verein werden – mit professionellen Organisationsstrukturen, sportpolitischem Austausch und gezielten Fortbildungsmaßnahmen.

„Die Ansprüche ändern sich, die Verweildauer in den Vereinen wird kürzer, da die Leute mehr ausprobieren als früher. Darauf müssen wir uns einstellen“, erklärt Christof Rapelius, Vorstandsvorsitzender des Kieler MTV, der mit 7300 Mitgliedern der größte Breitensportverein im Land ist. Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg, bestätigt: „Wir haben es immer mehr mit Kunden zu tun, die kein langfristiges Interesse an einer Vereinsmitgliedschaft haben. Die ewige Vereinstreue gibt es immer weniger.“

Auch Ansprechpartner der Politik

Die Holsteiner Runde startete 1998 mit fünf Vereinen. Aus der lockeren Kooperation wird nun mit der Vereinsgründung auch für die Politik ein neuer Ansprechpartner, der angesichts der Mitgliedszahlen ein entsprechendes Gewicht haben dürfte. Kleine Vereine haben dabei allerdings keine Chance. In die Holsteiner Runde werden nur Klubs aufgenommen, die mehr 2000 Mitglieder haben und hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen.

Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Landessportverband gilt zwar als gut. „Wir sehen uns ja nicht als Konkurrenz zum LSV, sondern als Ergänzung der Sportlandschaft“, versichert Uwe Hönke. Da der LSV jedoch für alle 2600 Vereine mit völlig unterschiedlichen Interessen zuständig ist, nehmen die „G16“ ihre Sache jetzt offenbar lieber selbst in Hand. Klar ist, dass die großen Vereine mit ihrer neuen Struktur handlungsfähiger werden und ihre Interessen besser vertreten können.

Bewegungsmangel wird immer deutlicher

Wie notwendig gerade Angebote für die jüngere Bevölkerung sind, zeigt der 3. Kinder- und Jugendsportbericht der Krupp-Stiftung, in dem der zunehmende Bewegungsmangel von Teens und Teenagern beklagt wird. Als Gründe nennt die Studie Ganztagsbetreuung in Kitas und Krippen sowie die verkürzte Schulzeit. Folgen sind Übergewicht, Haltungsschäden und motorische Defizite. Gleichwohl geben 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen an, dass Sport ihr liebstes Schulfach und regelmäßiger Sport für sie von großer Bedeutung sei. Mädchen bis 18 Jahre bevorzugen Reiten, Jungen Fußball. Der Sportverein ist für diese Altersgruppe noch immer der wichtigste Anbieter.

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Bindungsbereitschaft, Ausdauer und Treue sind nicht nur im privaten Bereich wichtige Werte. Menschen sehnen sich zwar nach einer harmonischen Partnerschaft, nur scheint es immer mehr Beteiligten schwerzufallen, darin zu investieren. So ähnlich ist das auch bei Sportlern und Vereinen.

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