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Heizöl und Diesel so günstig wie seit Jahren nicht mehr

Preisverfall Heizöl und Diesel so günstig wie seit Jahren nicht mehr

Ungeachtet der vielen Krisenherde stürzt der Ölpreis immer weiter ab. Verbraucher können sich die Hände reiben: Dieselkraftstoff kostete in einigen Orten Deutschlands, darunter auch Kiel, zeitweise wieder weniger als einen Euro. Heizöl ist trotz des nahenden Winters so günstig wie seit sechs Jahren nicht mehr.

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Am Mittwochabend fiel der Dieselpreis an einigen Tankstellen unter einen Euro.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa (Archiv)

Kiel. Mit Spannung blicken die Märkte nach Wien: Dort beraten die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) heute über ihre künftige Förderpolitik. Für Nervosität und eine leichte Preiserholung sorgten am Donnerstag Spekulationen, Saudi-Arabien könnte den Vorschlag unterbreiten, die Fördermenge zu verknappen.

Dennoch erwarten Experten nicht, das sich der wichtigste Schmierstoff der Weltwirtschaft in absehbarer Zeit wieder deutlich verteuert. „Die Lagerbestände sind weltweit so hoch, dass wir frühestens in der zweiten Hälfte 2016 wieder mit moderat steigenden Preisen rechnen“, sagt Rohstoffexperte Klaus-Jürgen Gern vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Sollten sich die Opec-Staaten nicht auf eine Drosselung der Ölförderung verständigen, dürften die Preise weiter in den Keller rauschen. Unmittelbar vor dem Wiener Treffen kostete ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent nur noch ungefähr 43 Dollar; das entspricht dem Preisniveau von 2009. Der Effekt für die Verbraucher wäre noch ausgeprägter, wenn nicht der Dollar gegenüber dem Euro immer stärker würde.

Die Heizölpreise fallen weiter im Sturzflug und haben mit etwa 51 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern inklusive Mehrwertsteuer) den tiefsten Stand seit 2009 erreicht. Viele Kunden hoffen jedoch, dass der Preis noch die magische Grenze von 50 Euro durchbricht: „Nach einem regelrechten Run in den vergangenen sechs Monaten hat sich das Geschäft wieder etwas beruhigt“, sagt Tobias Schümann vom Mineralölhändler Team in Kiel. Während ein Teil der Verbraucher bereits für vermeintlich unschlagbare 55 Euro je 100 Liter vollgetankt habe, setzten Schnäppchenjäger auf einen weiteren Preisverfall.

Die Wahrscheinlichkeit dafür sei „50 zu 50“, sagt Thomas Petersen vom unabhängige Branchenportal Tecson mit Sitz in Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde): „Eine Prognose für die weitere Preisentwicklung in den kommenden Wochen ist derzeit kaum möglich.“ Zunächst müsse man abwarten, was die Opec-Konferenz beschließt und wie dies vom Ölmarkt und den Ölspekulanten bewertet werde. „Dem Heizölverbraucher können wir nur mit auf den Weg geben, dass die momentanen Heizölpreise fantastisch sind.“

Auch bei Benzin zeigt die Tendenz weiter abwärts: Für Super E10 müssen die Autofahrer aktuell im bundesweiten Durchschnitt knapp 1,30 Euro bezahlen, für Diesel 1,10 Euro je Liter. Für die ersten elf Monate des Jahres gibt der ADAC einen durchschnittlichen Preis von 1,38 Euro für einen Liter Super E10 und von 1,18 Euro für Diesel an.

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Die Freudengefühle, die manchen Autofahrer derzeit an der Tankstelle überkommen, könnten abrupt enden. Wenn sich das Erdölkartell Opec heute tatsächlich auf eine neue Strategie seiner Förderpolitik verständigen sollte, würden kurzfristig auch wieder die Preise für Sprit – und für Heizöl – nach oben schnellen.

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