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Dosenpfand im Grenzhandel kommt 2018

Dänemark Dosenpfand im Grenzhandel kommt 2018

Schluss mit pfandfreien Bierdosen an der Grenze: Auch Dänen müssen beim Kauf von Dosenbier in Schleswig-Holstein ab 2018 Pfand zahlen. Das erhalten sie dann künftig in Dänemark zurück. Umweltminister Habeck froh über Ende der Ausnahmeregelung.

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Es ist ein echter Wirtschaftsfaktor im Norden: Die Getränkeeinkäufe dänischer Kunden im Grenzhandel.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel/Kopenhagen. Dänen müssen von 2018 an Pfand für Bier- und Limonadendosen im schleswig-holsteinischen Grenzhandel zahlen. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (SPD) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) haben sich mit Dänemarks Umweltministerin Kirsten Brosbøl auf die Etablierung eines verpflichtenden Pfandsystems verständigt. Kunden zahlen dann eine dänische Krone pro Gebinde, wie das Kieler Umweltministerium am Mittwoch mitteilte. Das Pfand für die leeren Dosen bekommen sie dann in Dänemark erstattet.

Habeck kündigte an, dass Schleswig-Holstein die von allen drei Ministern unterzeichnete Vereinbarung umsetzen wird, sobald die Dänen die Voraussetzzung für das Pfandsystem geschaffen haben. „In Dänemark gibt es ein Pfandsystem, in Deutschland gibt es ein Pfandsystem, nur im Grenzhandel klaffte bislang eine Lücke“, sagte Habeck. Die bisherige Ausnahmereglung hält er umweltpolitisch schon lange für falsch. „Im Jahr werden viele Millionen Dosen pfandfrei verkauft und landen im Müll oder noch schlimmer in der Natur oder im Meer.“

In Dänemark katte die Ausnahmeregelung schon lange für Ärger gesorgt. Bislang verkaufen Geschäfte entlang der Grenze Bierdosen und andere Getränke pfandfrei an Ausländer. Umweltschützer beklagen, dass Hunderttausende in Deutschland gekaufte Dosen nicht recycelt, sondern einfach weggeworfen würden — im schlimmsten Fall in der freien Natur.

Grenzhändler und Opposition in Schleswig-Holstein schlagen jedoch Alarm. Sie fürchten Umsatzeinbußen in Millionenhöhe und den Verlust von Arbeitsplätzen im Grenzhandel. „Ich nehme die Sorgen der Menschen um Arbeitsplätze sehr ernst“, sagte Habeck. Er sei aber davon überzeugt, dass der Einzelhandel an der Grenze auch ohne Pfandbefreiung attraktiv sei und die steuerlichen Preisvorteile weiter viele Kunden aus Dänemark anlocken werde.

Die deutschen Geschäfte sollen auf das Pfand die deutsche Mehrwertsteuer erheben, ohne dass dafür eine Rückerstattung an die Kunden in Dänemark erfolgt. Daher dürfte sich der Preis pro Gebinde im Grenzhandel geringfügig um 0,021 Euro erhöhen.

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