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Dreifaches Glück nach dem Schock

Drillinge in Kiel Dreifaches Glück nach dem Schock

Ein- bis zweimal kommen im Kieler Universitätsklinikum im Jahr Drillinge zur Welt. Am 16. März war es wieder einmal so weit. Kingley, James und Theresa heißen die drei Neu-Schleswig-Holsteiner, und sie sind wohlauf. Das Besondere: Die Babys wurden erst in der 38. Woche geboren.

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„Diese Drillinge sind eine besonders schöne Erfahrung für das gesamte Team“, sagen Dr. André Farrokh mit James, Dr. Christel Eckmann-Scholz mit Theresa und Assistenzärztin Madalena Schwarz mit Kingsley.

Quelle: hfr

Kiel. Für die Drei also kein Frühstart ins Leben – und für die Mutter eine enorme Leistung.

 „Zuerst war es schon ein kleiner Schock, als mir der Arzt sagte, dass ich Zwillinge bekomme. Das hatte ich noch nicht richtig verarbeitet, da hieß es: Es werden Drillinge“, erzählt die 29-jährige Mutter. Eins zu 7000 steht die Chance, mit Drillingen schwanger zu werden. Das Ehepaar, das mit seinem Erstgeborenen im Kieler Umland lebt, hat aber wohl eine genetische Disposition: In der Familie des Vaters gibt es bereits Mehrlingsgeburten.

 Nach dem ersten Schock hat bei dem Paar schnell die Freude Oberhand gewonnen. „Auch wenn ich mir beruflich noch einiges vorgenommen hatte. Das muss ich zurückstellen, die Kinder sind jetzt wichtiger,“ sagt die Mutter, die als Intensiv-Krankenschwester arbeitet. Eine Tätigkeit, durch die ihr auch die Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft bewusst waren. „Natürlich haben wir uns Sorgen gemacht. Ich habe ja auch gespürt, wie es immer enger für sie wurde.“ Zwölf Kilo hat sie am Ende in ihrem Bauch getragen. Dabei habe sie immer auf ihr Gefühl vertraut. Und das sagte ihr: alles in Ordnung.

 „Diese positive Grundeinstellung und das gute Körpergefühl waren sehr stark spürbar“, bestätigt Oberärztin Christel Eckmann-Scholz, die an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe für die Pränataldiagnostik zuständig ist und die werdende Mutter seit der 18. Schwangerschaftswoche betreut hat. Oberarzt Dr. André Farrokh, der den Kreißsaal leitet, ist von der Gelassenheit und dem Vertrauen der werdenden Mutter in ihren Körper beeindruckt: „Das war sicher ein wichtiger Faktor dafür, dass die Kinder erst in der 38. Woche auf die Welt gekommen sind. Normalerweise werden Drillinge in der 31. oder 32. Woche auf die Welt geholt, weil die Wehen einsetzen oder weil eines der Kinder nicht mehr optimal versorgt wird.“ Am 16. März waren sich die junge Frau und die Ärzte einig: Es ist soweit. „Mein Mann war dabei. Ich selbst habe keine Vollnarkose bekommen, sondern den Kaiserschnitt miterlebt.“ Um 12.26 Uhr wird Kingsley mit einem Gewicht von 3075 Gramm auf die Welt geholt. Dann folgen James mit 2405 Gramm und Theresa mit 2575 Gramm. Drei Kinderärzte untersuchen die Babys. „Keine fünf Minuten später war klar, dass alles in Ordnung ist, und die Eltern konnten ihre Babys in den Arm nehmen, während wir den Eingriff beendet haben“, sagt Farrokh. Stolz ist Bruder Riccardo Elias (9). Er hat den Namen Kingsley David für den ältesten Drilling ausgesucht und empfindet seine Geschwister als Geschenk: „Ich bin der Einzige in meiner Klasse, der drei Geschwister auf einmal bekommen hat.“

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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