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Rettende Idee für Rehkitze

Drohneneinsatz Rettende Idee für Rehkitze

Nach Nabu-Schätzungen kommen durchs Mähen alljährlich 90000 Rehkitze um. In Krusendorf (Gemeinde Schwedeneck) stellte die Firma Height Tech aus Bielefeld am Freitag eine mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne vor. Mit diesem Fluggerät können Tiere vor dem Abmähen einer Wiese aufgespürt werden.

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Testflug über einer Wiese an der Ostsee bei Krusendorf: Jäger wollen künftig vor der Grünlandmahd Drohnen einsetzen, um Rehkitze aufzuspüren.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Schwedeneck. Sie liegen gut versteckt im hüfthohen Acker- oder Weidegras. Entweder werden sie von den großen Mähmaschinen sofort getötet, oder aber sie sterben mit abgetrennten Läufen einen langsamen, qualvollen Tod. Seit Jahren macht sich die Jägerschaft Gedanken darüber, wie dieses Blutvergießen verhindert oder zumindest minimiert werden kann. In Krusendorf (Gemeinde Schwedeneck) stellte die Firma Height Tech aus Bielefeld am Freitag eine mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne vor. Mit diesem Fluggerät können Tiere vor dem Abmähen einer Wiese aufgespürt werden.

Dank GPS-Datenübermittlung aufs Smartphone werden Helfer zu dem georteten Rehkitz geführt, um es dann zu bergen.

 Für Jan Paustian aus Kaköhl (Kreis Plön) ist es eine gesellschaftliche Aufgabe, das Leid der Tiere zu vermindern. Der Jäger und Jagdrevierinhaber hat nach eigenen Angaben bereits viele Versuche unternommen, um das Niederwild vor den scharfen Messern der immer breiter werdenden Mähmaschinen zu schützen. Geruchsstoffe, eine Sirene am Trecker – nichts habe geholfen. „Jetzt setze ich auf die Drohne“, sagt Paustian. Um die Idee unter den Jägern im Lande populär und die Umsetzung bezahlbar zu machen (die in Krusendorf vorgestellte Drohne kostet bis zu 15000 Euro), hat er einen Förderverein gegründet.

 Bereits vor einem Jahr hatte der Leiter des Hegelehrreviers Grönwohld, Christopher von Dollen, zu einem Treffen eingeladen, um über die Möglichkeiten von Drohnen beim Aufpüren von Niederwild zu informieren. Damals jedoch hatte sich der vor allem für die Inspektion von Brücken und Windkraftanlagen entwickelte Flugroboter für den Einsatz bei der Grünlandmahd als nicht praxistauglich erwiesen. „Jetzt aber sind unsere Anregungen vom Hersteller aufgenommen und umgesetzt worden“, sagte von Dollen, als „Inspector 1“ auf dem Hof von Hans-Werner Großklaus getestet wurde. Als tierisches Aufspürobjekt diente Ares, der Parson-Terrier von Norman Stoll vom Landesjagdverband.

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