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2025 schwebt die Triton über Jagel ein

Drohnen der US-Marine 2025 schwebt die Triton über Jagel ein

Die Entscheidung, ein großes Drohnensystem für die Luftwaffe einzuführen, ist gefallen. Die Bundeswehr wird ab 2025 drei Maschinen des Typs Triton bekommen. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, gab am Montag das Startsignal, die Beschaffungsverträge auszuhandeln.

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General Volker Wieker hat den Startschuss für die Beschaffung der Triton gegeben. Die drei Drohnen sollen in Jagel stationiert werden.

Quelle: Alex Evers

Berlin/Schleswig. Die Wahl fiel auf das von der Truppe favorisierte System Triton, das in den USA gebaut wird. Die unbewaffnete Drohne soll bei der Bundeswehr die Lücke der Aufklärung aus größten Höhen übernehmen. Die Triton ist auf die SIGINT-Fähigkeit spezialisiert. SIGINT steht für Signal Intellegence, womit die Ortung, Verfolgung und Auswertung von Funksignalen aller Art auch über riesige Entfernungen gemeint ist. Für diese Aufgabe verfügen die Experten der Auslandsaufklärung und der deutschen Geheimdienste derzeit nur über die drei Flottendienstboote der Marine in Eckernförde. Die letzten SIGINT-Flugzeuge wurden 2010 außer Dienst gestellt.

 Die Einführung der Drohne Euro Hawk endete 2013 mit einem Debakel, weil es nicht gelang, für den Betrieb im deutschen Luftraum eine Zulassung zu bekommen. Auch die Zusammenarbeit mit dem US-Rüstungskonzern Northrop Grumman funktionierte bei diesem Projekt nicht. „Bei Triton wird es eine enge Zusammenarbeit mit der amerikanischen Marine geben“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die US-Marine bereitet nach dem Erstflug 2013 die Einführung vor. 2018 sollen die ersten beiden Drohnen von insgesamt 70 für die US Navy in den Testbetrieb gehen. Der Stückpreis liegt bei rund 120 Millionen Euro. Die Kooperation mit der US Navy hat die Entscheidung von General Wieker erleichtert. Dass Triton zugelassen wird, schätzt das neu geschaffene Luftfahrtamt der Bundeswehr positiv ein, hieß es aus dem Ministerium.

 Das Luftfahrtamt kann laut Ministerium für den deutschen Zulassungsprozess auf Ergebnisse und Dokumentationen bei der Einführung der Triton-Modelle durch das Naval Air Systems Command der US Navy zurückgreifen. Auch die modernere Ausstattung der Triton gegenüber der Euro Hawk spreche für ein einfacheres Verfahren in Deutschland, so das Ministerium. Die Triton hat eine ähnliche Form wie die Euro Hawk. Die Maschine ist 14,5 Meter lang, hat eine Spannweite von 40 Metern und ein Startgewicht von 15 Tonnen. Die Einsatzdauer in einer Flughöhe von 18000 Metern liegt bei 30 Stunden. „Stationiert werden die Systeme auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel“, bestätigte der Sprecher des Ministeriums.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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