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Schleswig-Holstein fährt noch hinterher

E-Autos Schleswig-Holstein fährt noch hinterher

Schleswig-Holstein nimmt in der Rangliste des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg bei den E-Fahrzeugen nur einen Mittelplatz ein. Während in Bayern und Baden-Württemberg bei der letzten Erhebung am 1. Januar 2015 jeweils über 4000 E-Fahrzeuge zugelassen waren, fuhren in Schleswig-Holstein exakt 500.

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Einmal Aufladen bitte: Das Netz der Ladestationen im Norden soll dichter werden.

Quelle: Lukas Schulze/dpa

Kiel. Das reichte unter allen Bundesländern nur zu Rang zehn. Daran ändert auch das Engagement von Bordesholm nichts. Die dortigen Versorgungsbetriebe haben ausgerechnet, dass bei zwölf E-Autos unter 7200 Einwohnern jeder 600. Bordesholmer elektrisch fährt – ein Spitzenplatz im Bundesvergleich.

4000 Euro Zuschuss für den Kauf eines Elektroautos, Steuerbefreiung für zehn Jahre und mehr Ladesäulen – die Bundesregierung beschloss am Mittwoch, eine Milliarde Euro für die Förderung der Elektromobilität in Deutschland bereitzustellen. Allein in die Infrastruktur sollen 300 Millionen Euro investiert werden. Bevor Autokäufer den „Umweltbonus“ in Anspruch nehmen können, müssen laut Bundeswirtschaftsministerium aber noch einige Aspekte auf EU-Ebene geklärt werden.

Habeck: Lückenhafte Infrastruktur

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte an, der E-Mobilität mit 15000 Ladestationen zum „Durchbruch“ verhelfen zu wollen. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck, der privat auf Gas als Treibstoff setzt, will ebenfalls den Ausbau von E-Tankstellen im Land vorantreiben. Sein Umweltministerium und die gemeinnützige Gesellschaft für Energie und Klimaschutz (EKSH) stellen für Kommunen in Schleswig-Holstein 250000 Euro bereit. Ladestationen sollen mit 5000 Euro, etwa die Hälfte der Kosten, bezuschusst werden. Das reicht allerdings nur für 50 Stromsäulen. Habeck bezeichnet die lückenhafte Infrastruktur als Hauptgrund für die noch zu geringe Nachfrage nach E-Autos, über die der grüne Minister seit einigen Testfahrten weiß: „Das ist ein super Fahrgefühl.“

Gleichwohl sieht Habeck die Entwicklung nicht unkritisch. „Deutschland hinkt bei den Zielen weit hinterher. 2020 sollten eine Million E-Autos auf den Straßen sein, davon sind wir meilenweit entfernt. Ich hoffe, dass es jetzt einen starken Impuls gibt. E-Mobilität kann allerdings nur dann zur Erfolgsgeschichte werden, wenn die Autos mit erneuerbarem Strom und nicht mit Kohlestrom betankt werden.“ Umfragen bei Autohäusern in der Region Kiel ergaben aber ein extrem unterschiedliches Ergebnis. Während einige Händler Vorführwagen besitzen und Probefahrten offerierten, hieß es bei anderen Fehlanzeige. Modelle der betreffenden Hersteller sind momentan nicht verfügbar. Gleichwohl verspüren Händler schon jetzt ein steigendes Interesse.

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Ein Artikel von
Gerhard Müller
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Kommentar

Papier ist geduldig, umweltbewusste Autokäufer sind es ebenfalls. Fragt sich im Fall der E-Mobilität nur, wie lange. Im bald drei Jahre alten Koalitionsvertrag von Union und SPD steht, dass 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen.

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