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Große Strandkörbe mit Herz oder Heizung

Schleswig-Holstein Große Strandkörbe mit Herz oder Heizung

Für manche muss er auf jeden Fall blau sein. Andere wollen eine ganz bestimmte Nummer. Wieder andere machen ihn zum Schauplatz eines der wichtigsten Momente im Leben. Und viele wollen immer mehr von ihm: Weicher soll er sein und breiter, der gute alte Strandkorb.

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Herz-Strandkörbe gibt es auch im Ostseebad Lübeck-Travemünde

Quelle: Christian Charisius/dpa

Kiel. Mein Strandkorb ist mein Schloss - zu dieser Einstellung neigen viele Urlauber, wenn es um den besten Platz an der Sonne geht. Der Strandkorb ist der Ort seligen Dahinschlummerns, interessierten Belauschens von Gesprächen im Nachbarkorb und des Spiels „Sehen und gesehen werden“.

In den Urlaubshochburgen an der deutschen Küste gehört er dazu wie Sand am Meer, doch gibt es in den verschiedenen Bundesländern durchaus Unterschiede. So ist es in der Gemeinde Sylt die Kommune, die die Körbe anbietet. Auf Usedom oder in Cuxhaven-Duhnen in Niedersachsen dagegen stellen Privatvermieter die Strandmöbel bereit.

Auch die Preise differieren, wenn auch nicht stark. Bei etwa sieben Euro pro Tag geht es auf Rügen, Usedom und Sylt los - Frühbucherrabatte inbegriffen. Am oberen Ende findet man auf den Inseln in Vorpommern Körbe zum Preis von zwölf Euro pro Tag, in Duhnen sind es elf.

„Tischchen, Fußstütze, Armlehne“ — das müsse der klassische Korb aufweisen, sagt Andrea Güldenpfennig, in der Abteilungsleitung des Insel Sylt Tourismus-Service für Strandkorb-Vermietung zuständig. Zwischenzeitlich wurde auf die Armlehne auch schon mal verzichtet - weil die „Bewohner“ an Format zulegt haben. An den Körben hängt manch.’Urlauber mit erstaunlicher Zuneigung. „Es gibt viele Stammgäste, denen es wichtig ist, dass sie ihren alten Korb bekommen.“

Auf Amrum werden Verliebten und Hochzeitspaaren bei der Strandkorbvermietung Boyens Spezial-Strandkörbe geboten. Die sind mit Herzchen verziert, von Hand bemalt. Mancher möchte auch unbedingt einen Korb in blau, berichtet Detlef Boyens. Im Lauf der Zeit seien die Ansprüche der Urlauber gestiegen. Sonnenschirm, zwei Tische, mehr Polsterung bietet Boyens daher an.

Herz-Strandkörbe gibt es auch im Ostseebad Lübeck-Travemünde bei Anja und Norbert Babies. „Die sind beliebt für romantische Anlässe wie Ehejubiläen“, sagt Norbert Babies. Einmal habe er einen solchen Korb mitten im Winter an den Strand gekarrt, weil ein Mann seiner Angebeteten darin einen Heiratsantrag machen wollte. „Die Braut hat Ja gesagt“, erinnert sich Babies, der auch Vorsitzender des Landesverbandes der Strandkorbvermieter in Schleswig-Holstein ist.

Er macht einen weiteren Trend aus: XXL-Körbe für bis zu drei Erwachsene. „Die werden immer beliebter, gerade bei etwas beleibteren Gästen.“ Vermieter Marcus Bade offeriert am Timmendorfer Strand an der Ostsee einen Korb mit Sitzheizung, Licht und einer Zwölf-Volt-Steckdose an, gespeist mit Wind- und Solarenergie. Geheizt wird jedoch nur in der Vor- und Nachsaison.

Noch mehr Ansprüche auch an ihren Vermieter stellen Gäste in Zinnowitz auf Usedom. „Die Gäste wollen natürlich nicht nur den Schlüssel für den Korb haben, sondern auch etwas über die Historie des Ortes erfahren“, berichtet Strandkorbvermieter Mayk Borchardt. Mit seinem Wissen und Anekdoten betreibt er dann auch „Kundenbindung“. „Wir haben Stammgäste, die sich bereits zu Weihnachten ihren Strandkorb in der Dünenreihe reservieren — aber bitte nicht neben Familie X, Y, Z“, sagt Borchardt. „Diesen Wunsch erfüllen wir gern.“

Auf Norderney gibt es eher den Wunsch nach einem Platz in vorderster Reihe, heißt es bei der Staatsbad Norderney GmbH — „also mit unverbauter Seesicht“. Mit Vandalismus sieht sich vor allem Sylt konfrontiert — hier gehen im Sommer Sicherheitskräfte nachts die Promenade ab. Fünf bis acht Jahre steht ein Korb dort durch. Auf Borkum, wo Vandalismus kein Thema ist, sind es acht bis zehn.

Gert Krasselt, der in Cuxhaven-Döse seine Körbe selbst baut, geht von längeren Zeiträumen aus. „Ein Strandkorb kann 10 bis 20 Jahre halten“, sagt er. Es komme aber darauf an, wie lange er draußen steht. Die Haltbarkeit hängt natürlich auch davon ab, wie die Touristen mit den Körben umgehen. „Es gibt welche, die müssen schon nach einem Jahr aufwendig repariert werden“, sagt ein Mitarbeiter der Vermietung von Volker Möller in Duhnen. „Andere stehen zehn Jahre.“

Der Bedarf steigt unterschiedlich: Auf Borkum gibt es einen jährlichen Zuwachs von fünf Prozent, auch Norderney vermeldet einen leichten Anstieg. In Schleswig-Holstein ist der Bestand konstant.

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