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Hilfe, die Wildschweine kommen!

Ein tierisches Problem Hilfe, die Wildschweine kommen!

Schleswig-Holsteins Landwirte haben ein tierisches Problem: Die Population von Wildschweinen ist massiv gestiegen. Die Tiere verursachen auf Feldern und Äckern immer größere Schäden. Der Landesbauernverband beklagt sogar eine Schwarzwildplage in einigen Regionen.

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Borstige Schädlinge: Die Schwarzwild-Population in Schleswig-Holstein ist nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahren um bis zu 30 Prozent gestiegen. Landwirte fordern die Jäger auf, mehr Tiere zu schießen.

Quelle: imago

Kiel/Rendsburg. Die Landwirte setzen jetzt – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Schützenhilfe von der Jägerschaft. „Es gibt für Schwarzwild keine Abschusspläne, so dass die Jägerschaft gefordert ist, regulierend auf die Bestände einzuwirken“, sagt Hans-Heinrich von Maydell vom Landesbauernverband in Rendsburg. Im vergangenen Jagdjahr erlegten Jäger im nördlichsten Bundesland rund 13900 Tiere. Das waren knapp 4700 mehr als 2014. Die Zahl der Abschüsse gilt als Hinweis auf die tatsächliche Größe des Wildschweinbestandes in Schleswig-Holstein. Ausreichend ist dies nach Ansicht der Landwirte nicht: „Wir wissen, dass die Bejagung von Schwarzwild nicht leicht ist, zumal die Tiere als außerordentlich intelligent gelten“, sagt von Maydell. Dennoch müsse die Ausbreitung der Bestände unterbunden werden. „Noch vor ein paar Jahren gab es durch den Nord-Ostsee-Kanal eine natürliche Begrenzung“, sagt der Verbandssprecher. Nördlich der Wasserstraße gab es keine Wildschweine. „Doch das ist vorbei.“

Bestand um 20 bis 30 Prozent gestiegen

Genaue Zahlen zum aktuellen Wildschweinbestand gebe es nicht, denn „Schweine kann man schwer zählen“, sagt auch Holger Schädlich vom Landesbauernverband. „Wenn man morgens die Schäden auf der Fläche sieht, weiß man nicht, ob das eine Rotte mit 30 Stück war, oder ob ein einzelner Keiler mit zwei Adjutanten dort gewühlt hat.“ Fakt aber ist: Es koste viel Zeit und Geld, die zerfurchten Landstriche wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, sagt der Bauernverbands-Sprecher. Schädlich schätzt, dass der Bestand um 20 bis 30 Prozent gestiegen sei.

Auf der Suche nach Engerlingen, Käfern und Würmern verwüsten die „Schwarzkittel“ jetzt Wiesen und Felder. Mit der Schnauze drehen sie den Boden um und verwandeln grüne Grasnarben in schwarze Flächen. Eicheln, Bucheckern und Kastanien „satt“ in Kombination mit drei viel zu milden Wintern in Folge haben die Schwarzwildbestände wachsen lassen. Wohlgenährt mit viel Speck auf den Rippen kommen die Tiere durch den Winter. „Schwächere Tiere sind früher nicht durchgekommen“, sagt von Maydell.

Auch ein Problem für Autofahrer

Zum Problemfall werden Bachen und Keiler aber nicht nur für Landwirte. Auch Autofahrer können ein Klagelied singen. Vor allem mit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit am kommenden Wochenende steigt laut Polizei und Tierschutzbund wieder die Gefahr von Wildunfällen auf den Straßen. An der Autobahn 20 bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern sorgt eine Rotte Schwarzwild bereits seit einigen Wochen für handfesten Ärger. Eine Gruppe von 20 Tieren lebt in unmittelbarer Nähe zur Schnellstraße.

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