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Einbetonierte Leiche gefunden

Vermisste Büdelsdorferin Einbetonierte Leiche gefunden

Grausiger Fund in Zepelin bei Bützow: Die Ermittler der Kieler Mordkommission haben auf dem Grundstück des verstorbenen 42 Jahre alten Tatverdächtigen in Mecklenburg-Vorpommern eine einbetonierte Frauenleiche entdeckt.

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Frauenleiche wird obduziert

Bei der Suche nach einer vermissten Frau aus Büdelsdorf haben Ermittler bei Bützow in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch einen Leichnam gefunden.

Quelle: Stefan Tretropp

Kiel/Zepelin. Wie die Kieler Staatsanwaltschaft mitteilte, dürfte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die seit dem 2. April verschwundene Renate H. aus Büdelsdorf handeln. Die Beamten hatten den ganzen Tag über auf dem Grundstück nach der Frau gesucht.

Der Fund der Frauenleiche steht am Ende einer tagelangen Suche. „Die endgültige Identifizierung wird im Rahmen der Obduktion erfolgen, bei der auch die genaue Todesursache geklärt wird“, sagte Kiels Polizeisprecher Harald Höpcke. Etwa 30 Beamte der Kieler Mordkommission und Kriminaltechniker aus Kiel und Mecklenburg-Vorpommern suchten am Mittwoch seit 9.30 Uhr auf dem Grundstück im Landkreis Rostock. Die Polizisten stocherten zunächst mit Stangen im Garten nach der Frau. Später nahmen sie einen Radlader und einen Bagger zu Hilfe.

Ermittlungen hatten ergeben, dass der Tatverdächtige nach dem 2. April dort Erde bewegt hatte. Nach Informationen unserer Zeitung hat er einen Carport errichtet. Erst am Nachmittag nahmen Polizisten den Bereich zwischen Carport und Haus unter die Lupe. Mit einem Bagger gruben sie tief im Erdreich und fanden dort um 15.50 Uhr die einbetonierte Leiche. Die Kriminalisten waren vermutlich auf diesen Abschnitt aufmerksam geworden, weil dort Personenspürhunde angeschlagen hatten.

Ob der Körper am Mittwochabend noch aus dem Beton geholt werden würde, war unklar. „Zumindest reichte diese Entdeckung aus, um zu sagen, dass es sich um eine Frauenleiche handelt“, sagte Höpcke. Die Beamten sicherten zudem weitere Spuren. Die Ermittlungen hinsichtlich des Tatgeschehens und der weiteren Umstände würden mit Hochdruck fortgeführt, so der Polizeisprecher. Wann und wo die Leiche obduziert wird, ist noch unklar.

Die Mordkommission kam dem Tatverdächtigen recht schnell auf die Spur. Die Ermittler gingen schon nach kurzer Zeit von einem Gewaltverbrechen aus. Am vergangenen Donnerstag wurde der Mann bereits vernommen. Am nächsten Tag wollten die Ermittler ihn nochmals verhören. Doch bevor es zu dem Termin am Freitag kam, starb der 42-Jährige bei einem Autounfall. Er war gegen 19 Uhr ungebremst gegen einen Baum gefahren. Das Haus in Zepelin war der Zweitwohnsitz. Zu den Nachbarn hatte er keinen Kontakt. Der Verstorbene arbeitete bei einer Firma in Rendsburg und stammte aus Kühlungsborn. Er und Renate H. sollen seit längerer Zeit ein enges Verhältnis gehabt haben. Warum der Mann die deutlich ältere Frau mutmaßlich tötete, ist noch unklar.

Im Rahmen der Ermittlungen hatten die Polizisten die Telekommunikations- und Bankdaten der Frau überprüft. Offensichtlich stellten die Beamten fest, dass Geldsummen zugunsten des Mannes transferiert worden waren. Der Behördensprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob es ein Mord aus Habgier war und verwies auf die weitere Polizeiarbeit. Klar ist nur, dass der 42-Jährige und Renate H. sich am 2. April im Raum Büdelsdorf treffen wollten. Am 9. April erschien die als sehr zuverlässig geltende Frau nicht an ihrem Arbeitsplatz und wurde seitdem vermisst.

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Günter Schellhase
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Foto: Bei der Suche nach der vermissten Frau aus Büdelsdorf hat die Polizei auf dem Grundstück ihres Bekannten in Zepelin bei Bützow menschliche Überreste gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich wahrscheinlich um die seit Ostern verschwundene Frau handelt.

Nach dem Fund einer Frauenleiche bei Bützow in Mecklenburg-Vorpommern laufen die Ermittlungen zur Todesursache und zur Feststellung der Identität der Toten auf Hochtouren. Bei der Toten handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die seit Ostern vermisste Frau aus Büdelsdorf bei Rendsburg.

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