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Riesenfrachter ist endlich im Hafen

Elbe in Hamburg Riesenfrachter ist endlich im Hafen

Das auf der Elbe havarierte Containerschiff "CSCL Indian Ocean" ist im Hamburger Hafen. Am Dienstagmorgen erreichte das Schiff den Liegeplatz am Eurokai. Dort sollte es bereits am 3. Februar eintreffen. Doch erst in der Nacht zu Dienstag konnten Schlepper den am Ruder geschädigten Frachter von einer Sandbank ziehen.

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Liegeplatz im Hafen Hamburg erreicht: Der Schlepper "Union Manta" macht am Heck der "CSCL Indian Ocean" fest und übernimmt nach der erfolgreichen Bergung Schleppgeschirr.

Quelle: Frank Behling

Hamburg. Die Bergung der "CSCL Indian Ocean" ist in der Nacht zum Dienstag gleich im ersten Anlauf gelungen. Kurz vor 2 Uhr war die Aktion gestartet worden. Zwölf Schlepper mit zusammen über 1000 Tonnen Zugkraft hatten zeitgleich zugepackt. Fünf Schlepper zogen am Heck und am Bug, während sieben deutsche und niederländische Schlepper an der Backbordseite am Rumpf drückten. Der Kräfteansatz war zuvor von den Bergungsexperten der niederländischen Firma Smit Salvage berechnet worden. Mit Erfolg. 

Foto: Bereits der erste Schwimmversuch der "CSCL Indian Ocean" in der Nacht zu Dienstag war erfolgreich.

Bereits der erste Schwimmversuch der "CSCL Indian Ocean" in der Nacht zu Dienstag war erfolgreich.

Quelle: Frank Behling

Bereits wenige Minuten nach dem Startsignal bewegte sich der gewaltige Rumpf des 400 Meter langen, 59 Meter breiten und 150000 Tonnen schweren Containerschiffes. Mit dem Heck voran glitt der Frachter wieder von der Sandbank zurück ins Fahrwasser. Am Heck hatten die Berger mit "Union Manta" und "Fairmount Expedition" auch die beiden stärksten Schlepper positioniert. Um 2.20 Uhr war die "CSCL Indian Ocean" wieder vollkommen frei und schwamm im Fahrwasser der Elbe.


 

Überprüfungen direkt nach der Abfahrt

Dort begannen zunächst die Tests und erste Überprüfungen am Schiff. Wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilte, seien Maschine und Ruderanlage aber intakt. Dennoch wurde beschlossen, den Havaristen mit Schleppern in den Hamburger Hafen ziehen zu lassen. Direkt nach der Bergung überflog ein Ölaufklärungsflugzeug des Havariekommandos den Frachter und überprüfte die Wasseroberfläche nach etwaigen Gefahrstoffen. 

Für die Bergung war die Elbe kurz vor 2 Uhr zwischen den Tonnen 111 und 120 voll gesperrt worden. Boote der Wasserschutzpolizei sowie das Mehrzweckschiff "Neuwerk" sicherten den Bereich. Die Feuerwehr Cuxhaven stellte außerdem ein Team für Notfälle bereit.

Vor der Elbmündung gingen aufgrund der Sperrung drei große Containerschiffe auf der Außenreede vor Anker. Die Sperrung der Elbe wurde erst mit dem Einlaufen der "CSCL Indian Ocean" in den Waltershofer Hafen aufgehoben.


Betriebsstoffe werden wieder an Bord gebracht

Der Containerriese startete kurz nach 4 Uhr seine Reise zum Hamburger Hafen. Begleitet von elf Schleppern erreichte die "CSCL Indian Ocean" kurz vor 6 Uhr den Eurokai. Lediglich der große Schlepper "Fairmount Expedition" war sofort nach der erfolgreichen Schleppaktion vom niederländischen Bergungsleiter entlassen worden.

Foto: Mit vereinten Kräften gelang es den Schleppern, den havarierten Frachter in der Elbe zu bewegen.

Mit vereinten Kräften gelang es den Schleppern, den havarierten Frachter in der Elbe zu bewegen.

Quelle: Frank Behling

 

Der Frachter soll jetzt etwa 6000 Container für Hamburg und den Ostseeraum entladen. Außerdem muss der technische Zustand der Maschine überprüft werden. An Bord werden sich außerdem Beamte der Wasserschutzpolizei, der Berufsgenossenschaft BG Verkehr und der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung ein Bild vom technischen Zustand der Ruderanlage machen. 

Während der Liegezeit am Eurokai werden die Betriebsstoffe wieder an Bord gebracht, die vor der Schleppaktion zur Leichterung von Bord geholt wurden. Dabei handelt es sich um 2000 Tonnen Schweröl, 400 Tonnen Gasöl, 50 Tonnen schwefelarmer Treibstoff sowie 56 Tonnen Schmieröl. Außerdem werden die Ballasttanks wieder mit Wasser gefüllt.

Nach der Bergung des Containerschiffs „CSCL Indian Ocean“ hat der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) eine positive Bilanz des gesamten Vorfalls gezogen. „Das Krisenmanagement hat hervorragend funktioniert, das Havariekommando hat beste Arbeit abgeliefert“, sagte Horch am Dienstag in der Hansestadt. „Da gibt es keinerlei Zweifel.“ Die Elblotsen hätten durch ihr besonnenes Handeln verhindert, dass der Hafen nicht mehr hätte erreicht werden können.

„Diese Havarie hätte übrigens an allen Stellen der Welt geschehen können; sie hatte nichts mit dem Revier Elbe zu tun oder mit Sediment“, erklärte der Senator. „Daraus Ableitungen zur dringend benötigten Fahrrinnenanpassung herzustellen, ist nicht angezeigt.“ Das Schiff liegt mittlerweile zum Löschen der Ladung am Eurogate Terminal im Hamburger Hafen.

Hier sehen Sie Bilder von der Havarie des Riesenfrachters in der Elbe

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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