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Kunst aus Goldminen

Emkendorf Kunst aus Goldminen

Es ist ein reizvoller Kontrast, der sich den Parkbesuchern derzeit bietet. Mitten in der historisch-gediegenen Kulisse des Emkendorfer Gutshauses mit seinen alten Baumbeständen setzen 60 zeitgenössische Skulpturen von Künstlern aus Zimbabwe (ehemals Südrhodesien) exotische Akzente ins Idyll.

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Kunst aus der Heimat: Sandra Masiiwa-Thiem und ihr Mann packen die Werke auf Gut Emkendorf aus.

Quelle: Sonja Paar

Emkendorf. Der kulturelle Brückenschlag vom südlichen Afrika in den deutschen Norden ist der erste Versuch der Ausstellungsinitiatorin Sandra Masiiwa-Thiem, Bildhauer ihres Heimatlandes auch bei uns bekannt zu machen.

 Trotz moderner Formensprache mit kühnen Schwüngen und Dehnungen sind es keine abstrakten Werke, die auf den Podesten im Park am Hasensee ruhen. Deren Titel wie „Vater und Sohn“, „Ozeanwelle“, „Liebende“ oder „Mutter und Kind“ lassen keine Zweifel aufkommen, was oder wer mit den Skulpturen gemeint ist. Die oft blank polierten Oberflächen, der meist mit filigranen Verästelungen gestalteten Figuren, verführen zu Berührungen. „Der relativ weiche Serpentin-Stein lässt diese intensive Bearbeitung zu“, erklärt Sandra Masiiwa-Thiem, die seit 2010 in Deutschland lebt.

 Die 29-Jährige mit dreijährigem Sohn und deutschem Ehemann hat nie den Kontakt zu ihren kulturellen Wurzeln verloren. Regelmäßig reist die in ihrer Heimat bekannte Sängerin und Tänzerin nach Zimbabwe und nutzt die Zeit auch zur Suche nach Skulpturen in Künstlerkolonien, meist in der Nähe ehemaliger Gold- und Diamantenminen.

 Edelmetall und Glitzersteine geben solche Minen zwar nicht mehr her. Schätze finden die Arbeiter dort aber trotzdem noch – in Form großer Vorkommen von Serpentinstein, der je nach Gehalt bestimmter Minerale ganz unterschiedliche Farben von tiefschwarz bis beige aufweisen kann. Kreative Minenarbeiter begannen einst, dem vergleichsweise weichen Stein künstlerische Formen abzuringen. „Mittlerweile ist schon die dritte Generation als Steinbildhauer aktiv. Die Kinder lernen das Handwerk von ihren Vätern, indem sie ihnen bei der Arbeit helfen“, berichtet Sandra Masiiwa-Thiem.

 Als Sängerin und Tänzerin mit vielen internationalen Tourneen ihrer Gruppe „Pamuzinda“ will sie auch in Deutschland noch künstlerisch Fuß fassen. Aber nun versucht sie sich als Galeristin mit Kunst aus ihrer Heimat ein zweites Standbein schaffen. Ein fester Ausstellungsraum wird gesucht. Jetzt wagt Sandra Masiiwa-Thiem im Park von Gut Emkendorf zumindest eine Open-Air-Premiere: „Ich bin sicher, dass es für die außergewöhnlichen Skulpturen gerade im Norden ein großes Publikum gibt.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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