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Lions Clubs zeichnen „Jugendbotschafter“ aus

Engagement Lions Clubs zeichnen „Jugendbotschafter“ aus

Von einer Null-Bock-Generation könne längst nicht mehr geredet werden. „Es engagieren sich viel mehr Jugendliche ehrenamtlich in unserem Land, als es der Gesellschaft bewusst ist“, sagt Joachim Albrecht von den Lions Clubs. Am Freitag wurde in Kiel die Auszeichnung an junge Ehrenamtler aus Norddeutschland vergeben.

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Die Lions-Jugendbotschafter: Lana Tofik (18, Kiel, vorne von links), Ceren Inak (16, Wedel), Söre Loof (15, Garding), Leon Löffke (16, Wilhelmsburg, hinten von links) und Liv Christin Hoffmann (18, Altenholz).

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Albrecht aus Altenholz koordiniert bundesweit für die Lions Clubs den Wettbewerb „Jugendbotschafter“. Besonders überzeugte Liv Christin Hoffmann mit ihrer Typisierungsaktion in Altenholz, um potenzielle Stammzellenspender für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei zu finden (wir berichteten). Sie bekommt 500 Euro und kann künftig die Netzwerke der Lions nutzen. Eine Unterstützung, die gut ankommt, denn da die Anforderungen in anderen Lebensbereichen wie Schule und Studium steigen, wird das Ehrenamt ihr und anderen Jugendlichen zunehmend schwerer gemacht.

Wandel in der Jugend deutlich

„Seit einigen Jahren ist ein Wandel in der Einstellung junger Menschen zu beobachten“, zitiert Albrecht aus den Shell-Jugendstudien. „Es gibt eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte, ein zunehmendes Interesse an Politik und Gesellschaft und den Wunsch, Benachteiligte und Randgruppen zu unterstützen.“ Dies finde seinen Ausdruck in vielfältigen ehrenamtlichen Engagements der jungen Menschen, „sei es bei Vereinen, Pfadfindern, Feuerwehren, Kirchengemeinden oder in Projekten, die sie selber entworfen haben.“

Laut aktueller Shell-Jugendstudie hat das Engagement in der jüngeren Generation dennoch abgenommen. Während 34 Prozent der Jugendlichen zuletzt angab, „oft“ für andere im Alltag aktiv zu sein, waren es im Jahr 2010 noch 39 Prozent. „Nie“ für soziale oder politische Ziele oder andere Menschen aktiv waren 2015 28 Prozent, fünf Jahre zuvor waren es nur 20 Prozent. Diese Entwicklung stellt ein Problem für viele Vereine und Organisationen dar, die auf freiwillige Unterstützung setzen. „Wir machen uns Sorgen. Zwar wollen sich viele junge Leute nach wie vor engagieren, aber sie bringen weniger Zeit mit“, sagt Anne-Gesa Busch, Geschäftsführerin des Landesjugendrings. Mit 500000 Mitgliedern, davon über 20000 ehrenamtlichen Jugendlichen, ist der Landesjugendring die größte Interessenvertretung in dem Bereich. Auch laut Busch ist „die Bereitschaft zu freiwilliger Arbeit bei den engagierten Jugendlichen nach wie vor hoch, aber wegen steigender Anforderungen in Schule und Studium steht ihnen nicht mehr so viel freie Zeit zur Verfügung“. Schuld seien die verkürzte Gymnasialzeit von acht statt neun Jahren und die verschulten Bachelor-Studiengänge.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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