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Entwarnung beim Jakobs-Kreuzkraut

Tierhaltung Entwarnung beim Jakobs-Kreuzkraut

Gute Nachrichten für Rinderhalter in Schleswig-Holstein: Bei der Untersuchung von Schlachttieren wurden weder in der Leber noch im Fleisch Giftstoffe des Jakobs-Kreuzkrauts gefunden. Eine Einschränkung gibt es jedoch zu beachten.

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Quelle: Sven Janssen

Kiel/Molfsee. Entwarnung gibt die Stiftung Naturschutz auch für Ziegen, Schafe und Kleintiere. Für Pferde besteht dagegen ein gewisses Risiko, ebenso bei der Fütterung mit Heu- und Silage. Beim Honig kommt es auf den Standort der Bienen an. Das Jakobs-Kreuzkraut (JKK) enthält selbst kein Gift. Wird es von Rindern gefressen, entstehen beim Stoffwechsel krebserregende Giftstoffe.

Die untersuchten Schlachtrinder standen ganzjährig auf Naturschutz-Flächen, auf denen auch massenhaft Jakobs-Kreuzkraut (JKK) wuchs. Dennoch wurden bei den Untersuchungen keine JKK-Giftstoffe gefunden. Das gilt für die Leber ebenso wie für das Muskelfleisch und Fettgewebe.

Kein Risiko für den Menschen

Fazit der Wissenschaftler an der Kieler Universität und der Tierärztlichen Hochschule in Hannover: Kein Risiko für den Menschen, der das Rindfleisch verzehrt, und für die Tiere selbst. „Denn die Rinder, meiden offensichtlich das JKK, das bitter schmeckt, und weichen auf andere Nahrung aus“, erklärte Agnes Fiedler, Veterinärmedizinerin an der Kieler Universität.

Dieses Verhaltensmuster gilt nach Aussage von Aiko Huckauf vom Kompetenzzentrum Jakobs-Kreuzkraut auch für Honigbienen : Wenn es genügend Alternativen im Radius von 500 Metern gibt, dann fliegen die Bienen nicht die gelben Blüten des JKK an.

Schafe und Ziegen fressen zwar durchaus die bittere Pflanze. Doch der Stoffwechsel der Tiere sorgt dafür, dass sich dabei wenn überhaupt nur in geringem Maß giftige Produkte bilden. Das gilt, so Huckauf, nach Studien auch für kleine Haustiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen.

Einschränkung bei Fütterung mit Heu und Silage

Damit besteht das größte JKK-Risiko für Pferde auf Weiden mit JKK-Bewuchs sowie für Pferde und Rinder, die Heu und Silage bekommen, die JKK enthält. „Das schmeckt dann nicht mehr bitter, schreckt die Tiere also nicht ab“, sagt Huckauf und empfiehlt: „Sehen Sie sich die Flächen an, bevor sie gemäht werden. Und wenn Sie Heu und Silage liefern lassen, dann nur von vertrauenswürdigen Händlern.“ Einen Schnelltest für Heu und Silage gibt es noch nicht.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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