8 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Erneut Geld- und Fahrkartenautomaten aufgesprengt

Schleswig-Holstein Erneut Geld- und Fahrkartenautomaten aufgesprengt

Ungewöhnliche Häufung von Geldautomaten-Sprengungen in Schleswig-Holstein: Seit Jahresbeginn wurden acht Geldautomaten zerstört — in beiden Vorjahren war es jeweils nur einer. Außerdem haben Täter Fahrkartenautomaten verstärkt im Visier.

Voriger Artikel
A7 wird Sonntagnacht teilweise gesperrt
Nächster Artikel
39-Jähriger seit Dezember vermisst

Seit Jahresbeginn wurden in Schleswig-Holstein bereits acht Geldautomaten aufgesprengt.

Quelle: Uwe Paesler

Wohltorf/Ratekau . Die Serie von Automatensprengungen in Schleswig-Holstein geht weiter: Am frühen Dienstagmorgen sind ein Fahrkartenautomat der S-Bahnstation Wohltorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) und ein Geldautomat in Ratekau (Kreis Ostholstein) zerstört worden. Der frei stehende Geldautomat in einem Freizeitpark im Ortsteil Warnsdorf war mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das Geldscheine bei einem Angriff sofort einfärbt und für die Täter unbrauchbar macht. „Sie dürften somit keine oder nur sehr geringe Beute gemacht haben“, teilte das Landeskriminalamt in Kiel mit.

„Seit Jahresbeginn wurden in Schleswig-Holstein bereits acht Geldautomaten aufgesprengt, während es 2014 und 2015 jeweils nur ein einziger war“, sagte ein LKA-Sprecher. Nur in Ratekau sei es den Tätern gelungen, überhaupt an die Geldscheine zu kommen. Ob alle Fälle von einer einzigen oder mehreren Tätergruppen begangen wurden, sei unklar. Die Kripo prüfe dies.

Aus dem Fahrkartenautomaten in Wohltorf stahlen die mit einer Überwachungskamera gefilmten Täter eine Geldkassette. Über die Höhe der Beute konnte die Bundespolizei zunächst keine Angaben machen. Bereits am Montag hatten Unbekannte Geldautomaten in Kremperheide (Kreis Steinburg) und Wrohm (Kreis Dithmarschen) gesprengt. Seit Jahresbeginn gab es solche Taten auch in Reinbek (Kreis Stormarn), Heikendorf (Kreis Plön), Erfde (Kreis Schleswig-Flensburg), Wesselburen (Kreis Dithmarschen) und Friedrichstadt (Kreis Nordfriesland).

Am Sonntagmorgen war zudem ein Fahrkartenautomat in Lübeck in die Luft gejagt worden, ein weiterer Fahrkartenautomat am Montagmorgen bei der Haltestelle Kupfermühle zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide (Kreis Stormarn). Der LKA-Sprecher betonte, die Sprengungen von Geld- und Fahrkartenautomaten müsse man wegen der unterschiedlichen Vorgehensweise der Täter auseinanderhalten.

Deutschlandweit nimmt die Zahl der gesprengten Geldautomaten seit Jahren zu. 2011 gab es bundesweit noch 38 solcher Fälle, 2015 waren es bereits 132, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden Ende Januar mitgeteilt hatte. Auch die Deutsche Bahn zählt vermehrt Aufbrüche von Fahrkartenautomaten. Diese würden besonders häufig an abgelegenen Stationen aufgebrochen, hieß es. Von Januar bis Ende September 2015 seien 336 Fahrkartenautomaten geknackt worden — rund zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit Blick auf noch ältere Fallzahlen lässt sich allerdings kein klarer Langzeittrend ablesen.

Die Sprengung von Geldautomaten lohnt sich für die Täter längst nicht immer: Nur in 60 der insgesamt 132 Fälle im Jahr 2015 wurde laut BKA Bargeld erbeutet. Seit Jahren werde dabei ähnlich vorgegangen: Ein Gas oder ein Gasgemisch werde in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet. Nur selten werde Pyrotechnik oder gewerblicher Sprengstoff eingesetzt. Die Bahn nennt vor allem Automatenaufbrüche mit Hebel- und Schneidewerkzeugen — und eher wenige Sprengungen. Je nach Art der Zerstörung koste der Ersatz eines Automaten bis zu 30 000 Euro. Die mögliche Beute betrage hingegen meist nur wenige tausend Euro, oft sogar weniger als 100 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
THW-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele vom THW Kiel in unserem Liveticker.

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Langeln
Foto: Der Bahnverkehr wurde in Langeln trotz der Sprengung nicht gefährdet.

Erneut ist in Schleswig-Holstein ein Fahrkartenautomat aufgesprengt worden. Zwei unbekannte Täter steckten am frühen Sonntagmorgen am Bahnhof in Langeln (Kreis Pinneberg) einen illegalen Böller in einen Automaten, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3