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UKSH-Ärzte unterstützen das Land

Erstaufnahme von Flüchtlingen UKSH-Ärzte unterstützen das Land

Die Landesregierung hat die medizinische Versorgung der Flüchtlinge mit einer Notaktion sichergestellt. Auf Bitte des Innenministeriums nahmen Freiwillige des Uni-Klinikums am Mittwoch die ersten Gesundheitschecks in den neuen Aufnahmeeinrichtungen in Rendsburg und Albersdorf vor.

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Freiwillige des UKSH helfen bei der medizinischen Betreuung der Flüchtlinge in Rendsburg und Albersdorf.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Die Regierung räumte mit Blick auf die Asylwelle ein, dass es bei der Versorgung Probleme gibt. Insbesondere fehlen Ärzte für die Eingangsuntersuchung. „Die Aktion des UKSH ist gut angelaufen“, berichtet der Leiter des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin, Jan-Thorsten Gräsner. Die Flüchtlinge würden von Dolmetschern über den vorgeschriebenen Gesundheitscheck informiert. „Notfalls gibt es Bildtafeln.“ Die Mediziner nehmen Stuhl- und Urinproben, haben ein Auge auf hierzulande seltene Krankheiten wie Tuberkulose. Für die Labor- und Röntgendiagnostik stehen die UKSH-Institute in Kiel und Lübeck bereit. Meistens sei alles in Ordnung, berichtet Gräsner. Seine Faustformel: „Rund 95 Prozent der Flüchtlinge sind in einem guten Gesundheitszustand.“

Stolz ist das UKSH darauf, wie schnell die Notaktion organisiert wurde. Erst in der vergangenen Woche kam der Hilferuf des Landes. Am Freitag hatten sich schon mehr als 60 Freiwillige gemeldet, darunter 28 Ärzte. „Es ist unsere Verpflichtung, alles zu tun, um den Flüchtlingen zu helfen“, sagt UKSH-Chef Prof. Jens Scholz. Die Freiwilligen erhalten für ihren Zusatz-Job eine „Entschädigung“. Seit Mittwoch ist klar, dass die Personalkosten vom Land getragen werden. Ums Geld habe mancher sich gar nicht gekümmert, erzählt Gräsner. „Wir mussten zunächst sicherstellen, dass wir schnell anfangen können.“

Die Landesregierung benötigt die Hilfe dringend. „Wir haben einen Stau bei den Eingangsuntersuchungen“, berichtet Innen-Staatssekretär Ralph Müller-Beck (SPD). Mehrere hundert Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen ständen auf der Warteliste und könnten so lange nicht auf die Kreise und Kommunen verteilt werden. Müller-Beck geht davon aus, dass die UKSH-Teams in den nächsten Wochen rund 3000 Flüchtlinge untersuchen und so die angespannte Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen entschärfen.

„Wir stehen vor einer enormen Herausforderung“, weiß Sozialministerin Kristin Alheit (SPD). „Deshalb müssen wir alle Kräfte bündeln und kreative Lösungen suchen.“ Die CDU hielt sich mit Kritik zurück. „Ohne Frage hinkt die Organisation hinterher, weil sich die Strukturen noch im Aufbau befinden“, meint die CDU-Innenpolitikerin Astrid Damerow. „Ziel muss sein, dass die Flüchtlinge die Erstuntersuchung so schnell wie möglich durchlaufen, auch um Krankheiten frühzeitig behandeln können“.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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