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Erstmals Goldschakal in SH nachgewiesen

Umweltministerium Erstmals Goldschakal in SH nachgewiesen

Zum ersten Mal ist in Schleswig-Holstein ein Goldschakal nachgewiesen worden. Wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume am Dienstag mitteilte, konnte dies nun nach einer genetischen Untersuchung bestätigt werden.

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Das Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen Goldschakal, der im Nationalpark Bayerischer Wald von einer Wildkamera fotografiert wurde. Jetzt wurde erstmals ein Goldschakal in Schleswig-Holstein nachgewiesen.

Quelle: Nationalpark Bayerischer Wald

Kiel. Dem Wolfsmanagement des Landes war zuvor im März ein möglicher Wolfsriss im Kreis Dithmarschen gemeldet worden. Ein Rissgutachter des Landes hatte bei der routinemäßigen Aufnahme des Falles vier Genetikproben gewonnen, die zur Untersuchung an das Nationale Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf beim Senckenberg Forschungsinstitut nach Gelnhausen nahe Frankfurt gegeben wurden. Bei dieser Untersuchung wurde im vorliegenden Fall nun ein Goldschakal nachgewiesen.

Drei Schafe angegriffen und leicht verletzt

Nach Einschätzung des von Schleswig-Holstein beauftragten Gutachters, Norman Stier, hat der Goldschakal drei Schafe angegriffen und leicht verletzt, aber nicht getötet. Ein Tier starb nach dem Vorfall aufgrund noch nicht abschließend geklärter Umstände. Der Halter der Schafe kann wie auch bei Wolfsrissen Entschädigung beantragen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Goldschakal den Tod der Tiere verursacht haben könnte.

Was sind Goldschakale?

Goldschakale sind neben dem Wolf die einzigen Vertreter der Gattung Canis auf dem europäischen Kontinent. Sie sind in Europa ursprünglich auf dem Balkan beheimatet, breiten sich aber seit einigen Jahren langsam in Gebieten aus, die sie zuvor nie besiedelt hatten. So wurden zunächst Gebiete in Oberitalien bei Triest und in Österreich südlich von Wien sowie in Ungarn besiedelt. In den vergangenen Jahren wurden dann auch in der Schweiz und Deutschland einzelne Exemplare nachgewiesen. Im Sommer 2000 konnte ein Nachweis in der brandenburgischen Lausitz erbracht werden, weitere in Bayern (2012), Hessen (2013) und 2016 in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die nördlichsten Nachweise in Europa liegen mittlerweile aus Dänemark vor. Ob es tatsächlich zu einer Besiedlung Schleswig-Holsteins kommt, ist nicht seriös vorherzugsagen.

Jagdweise ist dem Fuchs ähnlich

Die etwa 8 bis 10 Kilogramm schweren Tiere - besonders große Exemplare können in Ausnahmefällen ein Gewicht von etwa 15 Kilogramm erreichen - leben in der Regel in Paaren und besetzen feste Territorien von etwa drei Quadratkilometern, die sie gegen andere Goldschakale verteidigen. Sie ernähren sich von Insekten, Nagetieren, Vögeln und Amphibien und können darüber hinaus kleinere Säugetiere wie Hasen und Kaninchen, selten Rehe, sowie deren Nachwuchs erbeuten. Die Jagdweise ist mit der des Fuchses vergleichbar. Goldschakale sind nach der der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie gehören nicht zu den jagdbaren Arten. Natürlicher Feind der Goldschakale sind Wölfe.

Von KN

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