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Esa-Satellit beobachtet die Ostsee

Weltraum Esa-Satellit beobachtet die Ostsee

Der Countdown läuft: Am Dienstag soll ein neuer Satellit zur Beobachtung der Weltmeere starten. Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Geesthacht werden mit besonderer Spannung auf die ersten Daten aus 800 Kilometern Höhe warten.

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Ein Satellit soll die Weltmeere beobachten

Quelle: Pierre-Carril/ESA

Geesthacht. Denn in Geesthacht wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem die Inhaltsstoffe von Küstengewässern bestimmt werden können. Das soll auch neue Erkenntnisse über die Ostsee ermöglichen.

Der neue Satellit ist die Nummer drei in der Satellitenflotte mit dem Namen Sentinel – das englische Wort für Wächter. Die Satelliten sind zentraler Bestandteil von Copernicus, einem bisher einzigartigen Umweltüberwachungsprogramm. „Das leitet einen Paradigmenwechsel bei der Wahrnehmung und dem Management unserer Umwelt, unserem Verständnis und Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels und dem Schutz unseres Alltags ein“, heißt es dazu bei der Europäische Weltraumorganisation Esa.

Der neue Satellit Sentinel-3 soll großflächig und systematisch die Ozeane, die Land- und Eisflächen und die Erdatmosphäre vermessen. Er soll nahezu in Echtzeit wichtige Daten für die Wettervorhersage liefern. Außerdem sollen Veränderungen des Klimas erfasst und die Umweltbedingungen der Weltmeere überwacht werden. Im Helmholtz-Zentrum Geesthacht analysieren die Wissenschaftler die Daten des Satelliten mit selbst entwickelten Verfahren. Dabei bestimmen sie aus der Farbe des Meeres die optischen und biogeochemischen Eigenschaften des Wassers.

Besonders im Fokus ist die Ostsee. Denn dort sind die Bedingungen besonders ungünstig: Über den Skagerrak ist nur ein geringer Wasseraustausch mit der Nordsee möglich. Das schafft Sauerstoffprobleme. Außerdem sind die Küsten der Ostsee dicht besiedelt, das Meer wird stark genutzt und damit besonders belastet.

Wer aus dem Flugzeug auf die Ostsee schaut, sieht meist nur eine einheitliche graue Fläche. Doch dieser Eindruck täuscht, erklärt Dr. Hajo Krasemann vom Helmholtz-Zentrum in Geesthacht. In der Ostsee finden sich viele verschiedene Bestandteile, etwa diverse Algen, abgestorbenes Material, dazu besonders viele Gelbstoffe. „Die Schwierigkeit besteht darin, diese Vielfalt salopp gesagt auseinanderzudröseln.

Gleichzeitig gibt es ein großes Interesse der Menschen daran zu erfahren, was das Wasser enthält, etwa um sich vor giftigen Algen zu schützen oder um gute Bedingungen in Aquakulturen zu ermöglichen“, sagt Krasemann. Der Physiker von der Abteilung Fernerkundung hat mit an dem Berechnungsverfahren gearbeitet, mit dem die Inhaltsstoffe in Küstenbereichen bestimmt werden sollen. Der Vater dieses Algorithmus ist aber Dr. Roland Doerffer. Inzwischen ist der Biologe zwar im Ruhestand, wird aber heute um 18.57 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Satellitenkontrollzentrum Esa/Esoc in Darmstadt aus verfolgen, wie der 1150 Kilogramm schwere Satellit mit einer Trägerrakete vom russischen Plessezk in den Orbit befördert wird. Auch die Ukraine soll ihre Zustimmung inzwischen gegeben haben. Die ist notwendig, weil die Trägerrakete über der Ukraine noch keine 100 Kilometer Höhe erreichen wird. Bis zu dieser Höhe hat der jeweilige Staat die Lufthoheit.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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