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"Drohnen-Führerschein" ist gefragt

Experten: "Drohnen-Führerschein" ist gefragt

Landwirtschaft, Medien oder Bauwesen: Die Einsatzbereiche von Drohnen nehmen auch in Schleswig-Holstein immer mehr zu und zum 1. Oktober wird bundesweit ein "Drohnen-Führerschein" für gewerbliche eingeführt. Im Norden gibt es zugelassene Ausbilder.

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Die Einsatzbereiche von Drohnen nehmen auch in Schleswig-Holstein immer mehr zu. Zum 1. Oktober wird bundesweit ein "Drohnen-Führerschein" eingeführt.

Quelle: Carsten Rehder

Kiel. Mit der bundesweiten Einführung des "Drohnen-Führererscheins" zum 1. Oktober verzeichnen auch Ausbildungsstätten in Schleswig-Holstein eine wachsende Nachfrage. "Da ist ganz schön Musik drin", sagte Sören Koshyk, Geschäftsführer der Ende 2016 gegründeten Akademie für Technologie & Entwicklung (ATE) in Bothkamp (Kreis Plön). Über eine steigende Nachfrage berichtete auch der Ausbilder und Prüfer Michael Frank-Stever von der AVB FlightAcademy in Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Dies liege an den steigenden Möglichkeiten gewerblicher Einsatzmöglichkeiten, etwa in der Landwirtschaft, im Medienbereich oder im Bauwesen.

Bundesweit, so schätzt Frank-Stever, gebe es rein rechnerisch überschlagen, zurzeit einen Bedarf von etwa rund 50 000 "Kenntisnachweisen" - so der offizielle Name für den "Drohnen-Führerschein". Die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) fordert von den Steuerern unbemannter Fluggeräte, also Drohnen und Modellflugzeugen, die eine Startmasse über zwei Kilogramm haben, solche Kenntnisnachweise.

Die LuftVO unterscheidet zwischen Kenntnisnachweisen für die Nutzung von Drohnen für gewerbliche Zwecke (Paragraf 21d) und von Flugmodellen durch Hobby-Luftsportler (Paragraf 21e). Letztere habe geringere Anforderungen, sagte Frank-Stever. Für gewerbliche Zwecke könne die jeweilige Luftfahrtbehörde als Voraussetzung für eine Genehmigung besonderer Drohnenflüge - etwa über Bahnanlagen oder Windkraftanlagen - einen erweiterten Kenntnisnachweis verlangen mit Praxistest. Bisher sei nur eine schriftliche Prüfung verbindlich, aber eine praktischer Test sei unbedingt ratsam, sagte Koshyk.

Viele Interessenten für den "Drohnen-Führerschein" seien gewerbliche Nutzer, die bereits mit Drohnen arbeiten. Jetzt müssten sie sich nachschulen lassen, denn bisher haben Ausbildungsstätten mangels verbindlicher behördlicher Vorgaben ihre Schulungsanforderungen "ein bisschen ins Blaue" festlegen müssen, sagte Frank-Stever.

Das Prüfungsformular für den Drohnenführerschein kostet laut Frank-Strever um die 30 Euro, die Prüfung etwa 120 Euro. Ein eintägiges Komplettpaket mit theoretischem Unterricht und Prüfung kostet bei der AVB FlightAcademy 380 Euro.

Die zugelassenen Anbieter, die Kenntnisnachweise für Drohnen ausstellen können, werden vom Luftfahrtbundesamt anerkannt. Neben den beiden Firmen in Bothkamp und Büdelsdorf gehört dazu in Schleswig-Holstein auch das Coper College von Irina Hoffmann und Ralf Spoerer in Wedel (Kreis Pinneberg). Außerdem dürfen für Flugmodelle (also auch Drohnen, wenn sie nicht gewerblich genutzt werden) Modellflugvereine Bescheinigungen über eine erfolgte Einweisung ausstellen. Die genügt dann für diese Flugmodelle als Kenntnisnachweis, wie das Verkehrsministerium in Kiel erläuterte. Die Luftfahrtbehörde ist in Schleswig-Holstein beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr angesiedelt.

Von lno

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