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Extreme Niederschläge im Norden

Stärkster Regen seit 50 Jahren Extreme Niederschläge im Norden

Zu Beginn der Feriensaison hält eine Unwetterserie die Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein in Atem. Alleine 23,7 Liter Regen pro Quadratmeter fielen am Sonnabend in Kiel – das ist die höchste Niederschlagsmenge an diesem Tag seit 1962. Festivalveranstalter heuern nun Meteorologen an.

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Nach den extremen Niederschlägen in Schleswig-Holstein: Festivalveranstalter heuern Meteorologen an.

Quelle: Sophia Kembowski/dpa

Kiel. Die Organisatoren von Freiluft-Veranstaltungen stehen vor einem schwierigen Sommer: Zu Beginn der Feriensaison hält eine Unwetterserie mit Starkregen und Gewittern Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizei in Schleswig-Holstein und in weiten Teilen Deutschlands in Atem. Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, abgesagte Festivals – die Schadensmeldungen bei den Versicherungen schnellen in die Höhe.


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23,7 Liter Regen pro Quadratmeter fielen in Kiel am vergangenen Sonnabend – „das ist die höchste Niederschlagsmenge an diesem Tag seit 1962“, sagt Wetterforscher Martin Neujahr. In der Landeshauptstadt ist der Juni 2016 mit bisher 85,8 Litern Regen schon jetzt deutlich feuchter als die klassischen Niederschlagsmonate Januar und Februar mit 81 und 85 Litern.

Starker Regen am Wochenende

 In vielen Orten Schleswig-Holsteins ging am Sonnabend heftiger Starkregen nieder. Bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg sogar so viel, dass erstmals in der 65-jährigen Geschichte die Premiere abgebrochen werden musste. „Wir hatten angesichts der sintflutartigen Regenfälle keine andere Wahl“, sagt Ute Thienel, Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH. Dem Piraten-Open-Air in Mecklenburg-Vorpommern erging es nicht besser. Kurz vor der Pause war dort Schluss. Auch das Hurricane-Festival in Scheeßel (Niedersachsen) fiel Gewitter und Starkregen zum Opfer.

Hier sehen Sie Bilder von der Premiere der Karl-May-Spiele 2016.

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In der bayerischen Region Waldkirchen richteten Unwetter Millionen-Schäden an. Die Versicherungen in Schleswig-Holstein sprechen von einem sprunghaften Anstieg der Schadensmeldungen. „Wir haben allein im Juni mehr als 600 Starkregen-, Gewitter-, Sturm- und Hagelschäden – hundert davon allein am vergangenen Donnerstag und Freitag“, sagt Heiko Wischer von der Provinzial Nord in Kiel. Schäden des vergangenen Wochenendes seien noch gar nicht erfasst worden.

Zunahme von Wetter-Extremen

 Verantwortlich für die extremen Witterungsbedingungen sei eine ungewöhnliche Großwetterlage, sagt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst: „Ein Tiefdruckgebiet hängt über Deutschland fest, Hochdruckgebiete laufen drum herum. So kommt es zu Gewittern und punktuell starken Niederschlägen.“ Besserung sei vorerst nicht in Sicht. Meeno Schrader (Wetterwelt) warnt vor einer dauerhaften Zunahme extremer Wetter-Phänomen als Folge des Klimawandels.

 Open-Air-Veranstalter blicken mit Sorge auf die kommenden Tage: „Wir lassen uns von einem Meteorologen täglich Windstärken und Niederschlagsmengen vorhersagen“, sagt Volker Walzer vom Theater Kiel, das ab Freitag „Die Räuber“ unter freiem Himmel aufführt. Auch beim „Radio Nora Open Air“ am 2. Juli am Eckernförder Strand überwacht ein Meteorologe vor Ort die Wetterentwicklung, um im Fall der Fälle die notwendigen Schritte zu ergreifen.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Windhosen, Starkregen, Hitzerekorde und Dauergewitter Folgen des Klimawandels oder „ganz normale“ Kapriolen sind, darüber streiten die Meteorologen noch. Woran es allerdings nichts zu deuteln gibt, das sind die Folgen dieses Wetters, mit denen der Norden und der Rest des Landes zurzeit zu kämpfen haben.

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