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Alheit-Plan erntet Applaus und Spott

Exzellenz-Programm Alheit-Plan erntet Applaus und Spott

Punktsieg für Wissenschaftsministerin Kristin Alheit: Hochschulen, Wirtschaft und Regierungsfraktionen haben das von der SPD-Politikerin entwickelte Förderkonzept für Spitzen-Fachhochschulen in Deutschland gelobt. Abseits stand nur die Opposition im Landtag.

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Punktsieg für Wissenschaftsministerin Kristin Alheit.

Quelle: dpa

Kiel. CDU und FDP warfen Alheit vor, die FHs bisher vernachlässigt zu haben.

Wie berichtet will die Ministerin ein Bund-Länder-Programm auflegen, aus dem die besten Zukunftskonzepte von 20 der bundesweit mehr als 200 FHs mit jeweils 15 Millionen Euro gefördert werden. Die Hochschulen begrüßten am Mittwoch den Vorschlag. „Ein solcher bundesweiter Wettbewerb wäre sicherlich hart, aber die Fachhochschulen des Landes müssen sich nicht verstecken“, sagte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz und Präsident der FH Kiel, Professor Udo Beer. „Es wäre toll, wenn wir Fördergelder einwerben könnten.“ Ein Erfolg würde nicht zuletzt auch eine echte Wirtschaftsförderung bedeuten, weil es helfen würde, den Wissenstransfer von den Hochschulen in die heimische Wirtschaft auszubauen.

 Der Beifall der Kieler Christian-Albrechts-Universität fiel etwas verhaltener aus. „Wir freuen uns, dass das Land die Wissenschaft als Thema entdeckt“, sagte CAU-Präsident Prof. Lutz Kipp. „Alles, was den Hochschulen hilft, dient auch der Uni Kiel, weil es neue Möglichkeiten der Kooperation schafft.“ Kipp stellte aber auch klar, dass es beim „differenzierten Hochschulsystem“ in Deutschland bleiben müsse.

 Klarer formulierte es der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel, Jörg Orlemann. Er begrüßte Alheits Vorstoß, aber: „Aus Sicht der Wirtschaft muss sichergestellt sein, dass Fachhochschule Fachhochschule bleibt und nicht zur Universität entwickelt wird.“ Die Funktion der FHs als praxisnahe Bildungseinrichtung für den Fachkräftenachwuchs dürfe nicht in Frage gestellt werden.

 Rückendeckung bekam Alheit von Hochschulpolitikern des Regierungslagers. „Die Initiative der Ministerin ist ein erster Schritt, der unsere Fachhochschulen aufwerten würde“, sagte Rasmus Andresen (Grüne). „Ein derartiges Programm würde ein gesellschaftliches Signal setzen, diese Hochschulart nicht länger zu unterschätzen, und wäre auch ein Anreiz für Schulabsolventen, sich für ein FH-Studium zu entscheiden und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, meinte SPD-Mann Martin Habersaat. „Die Ministerin geht den richtigen Weg“, ergänzte Jette Waldinger-Thiering (SSW). Alle drei Fraktionen versprachen den hiesigen FHs Landeshilfe, falls sie es in den Kreis der Spitzenhochschulen schaffen sollten. Hintergrund: Das Heimatland der FH muss nach dem Alheit-Konzept 25 Prozent der Förderung übernehmen. Den Rest soll der Bund zahlen.

 Aus Sicht der Piraten ist der Vorstoß „prinzipiell“ zu begrüßen. „Nicht nur bei Universitäten sollte Spitzenforschung ermöglicht werden“, sagte Uli König. Der Rest der Opposition maulte. Mit einer FH-Exzellenzinitiative könne Alheit „ihre Versäumnisse der vergangenen Jahre nicht beheben“, sagte Volker Dornquast (CDU). Er empfahl, an den FHs mehr Master-Studienplätze einzurichten und die Betreuungsquote zu verbessern. „Ich gratuliere Frau Alheit zu ihrer ersten wissenschaftspolitischen Initiative“, lästerte Christopher Vogt (FDP). „Bevor sich die Ministerin mit halbgaren Vorschlägen zum Einwerben von Bundesmitteln zu profilieren versucht, sollte sie zunächst ihre Hausaufgaben machen und die Grundfinanzierung der Hochschulen des Landes verbessern.“

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