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Wie Sie Ihr Fahrrad am besten schützen

Fahrraddiebe Wie Sie Ihr Fahrrad am besten schützen

Im Land sind die Fahrraddiebe unterwegs. Abgesehen haben sie es auf hochwertige Räder, aber auch günstige oder ältere Modelle werden gern schnell mitgenommen. Dabei gehen die Diebe brutal vor. Mit Bolzenschneider, Säge und anderen Werkzeugen brechen sie die Fahrradschlösser auf.

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Diebe greifen zur Gartenschere oder Werkzeugen wie Bolzenschneider und Brecheisen, um Fahrradschlösser zu knacken.

Quelle: Friso Gentsch/ dpa (Archiv)

Kiel. Leider bietet kein Schloss absolute Sicherheit. Wir geben Tipps, was man trotzdem tun kann, um seinen Besitz maximal zu schützen.

Ein gutes Schloss

Fahrraddiebe stehen unter Zeitdruck. Je länger sie mit Werkzeugen hantieren und je lauter sie vorgehen, desto höher ist ihr Risiko, erwischt zu werden. Bei hochwertigen Schlössern kapitulieren die Diebe eher oder lassen sich sogar ganz abschrecken. Laut Polizei eignen sich am besten massive Stahlketten-, Bügel- oder Panzerkabelschlösser. Dünne Ketten oder Spiral-, Kabel- und Bügelschlösser sind ungeeignet, da der Dieb sie ohne größeren Aufwand einfach durchschneiden kann. Die Schlösser sollten außerdem groß genug sein, um das Rad an einem festen Gegenstand anschließen zu können. Da es keine verbindlichen Mindestanforderungen für Fahrradsicherungen gibt, empfiehlt die Polizei, sich über Verbrauchertests zu erkundigen. Christian Bugdoll von der Firma Megabike, die in 14 Filialen in Schleswig-Holstein Fahrräder vertreibt, rät zu Faltschlössern. Diese sind erst seit einigen Jahren auf dem Markt, können nicht mit einem Bolzenschneider oder Brecheisen geknackt werden, besitzen eine Gelenktechnik wie ein Zollstock und sind daher leicht zu transportieren, aber dennoch groß genug, um die Fahrräder überall anzuschließen. Bugdoll: „Diese Schlösser gibt es ab 50 Euro. Es gilt aber heute immer noch die alte Regel, dass man für ein Schloss zehn Prozent des Fahrradpreises einplanen sollte.“

Richtig anschließen

Nur das Vorder- und Hinterrad zu blockieren, reicht nicht aus. Die Diebe könnten das Fahrrad mühelos wegtragen oder in einen Transporter verladen. Daher ist es laut Polizei wichtig, das Rad immer an einem festen Gegenstand anzuschließen: „Dies gilt insbesondere auf großen Abstellplätzen an Bahnhöfen, Bädern oder Sport- und Freizeiteinrichtungen, denn die großen anonymen Plätze sind bei Langfingern sehr beliebt.“ Stehen keine Fahrradständer oder Anlehnbügel zur Verfügung, tun es auch Geländer, Zäune, Straßenschilder und dergleichen.

Versicherung abschließen

Angesichts der hohen Diebstahlzahlen hält es Michael Herte, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale SH, „für sinnvoll, eine Fahrradversicherung abzuschließen“. Wie bei anderen Versicherungen allerdings nur dann, „wenn das Risiko existenzgefährdend ist oder nur durch ein Darlehen kompensiert werden kann“. Es gebe zwei Möglichkeiten, sein Fahrrad gegen Diebstahl zu versichern: mit der Hausrats- oder mit einer separaten Fahrradversicherung. Die meisten Hausratsversicherungen decken nur den Diebstahl ab, der sich innerhalb eines geschlossenen Gebäudes abspielt. Man kann aber den Baustein Fahrraddiebstahlversicherung zu der Hausratspolice dazubuchen, dann wird der Schaden auch ersetzt, wenn der Dieb auf der Straße zugeschlagen hat. Einzige Voraussetzung: Das Fahrrad muss an einem festen Gegenstand angeschlossen gewesen sein. Rund 30 Euro im Jahr kostet diese Zusatzversicherung zum Beispiel bei der Provinzial bei einem Neuwert des Rades von 600 Euro. Unabhängig vom Hausrat kann man auch eine Police bei Spezialversicherern direkt abschließen. Verbraucherschützer empfehlen das aber nur für teure Räder oder wenn man sein Rad mit auf Reisen ins Ausland nehmen möchte. Derartige Versicherungen werden oft direkt beim Fahrradkauf vom Händler mit angeboten. Kostenpunkt: zwischen fünf Euro pro Monat für ein 500 Euro teures Fahrrad und 30 Euro pro Monat für ein E-Bike mit einem Neuwert von 6000 Euro. Das sind die Preise des Versicherers „Wertgarantie“ für eine Komplettversicherung inklusive Verschleiß- und Unfallschäden.

Kennzeichnung und Dokumentation

Bei den Kommunen sammeln sich jährlich Hunderte herrenloser Fahrräder an. Damit die Polizei diese zweifelsfrei identifizieren und ihrem Besitzer zurückgeben kann, ist zuvor eine individuelle Kennzeichnung des Rades nötig. Viele in Deutschland verkaufte Räder haben eine Rahmennummer. Fehlt diese, können Besitzer eine eigene Kennzeichnung eingravieren. Außerdem ist es sinnvoll, sich die Fahrraddaten zu notieren. Hierfür gibt es Fahrradpässe oder für Smartphones eine kostenlose Fahrradpass-App. Dort werden Rahmennummer, Name und Anschrift des Besitzers sowie ein Foto des Rades gespeichert.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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