16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Jugendamt schließt Mädchenheime

Fall Friesenhof Jugendamt schließt Mädchenheime

Nach Beschwerden von Bewohnerinnen wurden zwei Mädchenheime in Dithmarschen geschlossen. Den Heimen fehle es an qualifiziertem Personal, hieß es aus dem Sozialministerium in Kiel. Die CDU im Landtag will eine Sondersitzung des Sozialausschusses.

Voriger Artikel
Ein Festival, das es nicht gibt
Nächster Artikel
Angst vor Afrikanischer Schweinepest

Das «Friesenhof»-Jugendheim in Hedwigenkoog: Die Heimleitung weist Vorwürfe, nach denen in den Heimen Jugendliche schikaniert worden sein sollen, als haltlos zurück.

Quelle: Carsten Rehder/ dpa

Kiel . Zwei Heime der umstrittenen Jugendhilfeeinrichtung Friesenhof sind am Mittwoch geschlossen worden. Das Landesjugendamt Schleswig-Holstein habe die Betriebserlaubnis für die beiden Häuser im Kreis Dithmarschen widerrufen. Die Jugendlichen sollten noch am selben Tag in andere Einrichtungen umziehen, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Kiel mitteilte. Vorausgegangen war eine Anhörung der Trägerin der Einrichtungen. Am Dienstag war ein entsprechendes Verfahren eingeleitet worden.

Maßgeblicher Grund für die Schließung ist nach Ministeriumsangaben das Fehlen ausreichend qualifizierten Personals. Auch entspreche der Umgang mit den Jugendlichen nach Einschätzung des Landesjugendamtes nicht den vereinbarten pädagogischen Maßstäben. Das Landesjugendamt hatte dazu im April eine Vereinbarung mit der Trägerin über Auflagen getroffen. Eines der beiden Heime wird zurzeit nicht genutzt.

Auch in der Vergangenheit habe es Beschwerden zu den Einrichtungen gegeben, denen das Landesjugendamt auch nachgegangen sei, teilte das Ministerium weiter mit. Beschwerden seien gehäuft in der zweiten Jahreshälfte 2014 eingegangen, diese hätten auch das jetzige Verfahren nach sich zogen.

Staatssekretärin Anette Langner sagte: „Die Frage, ob bereits in früheren Jahren oder Legislaturen hätte anders gehandelt werden können, ist grundsätzlich legitim. Uns ist wichtig, dass das Landesjugendamt jetzt konsequent im Sinne der Jugendlichen handelt“.

Die CDU beantragte unterdessen eine Sondersitzung des Sozialausschusses „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, die innerhalb von acht Tagen stattfinden muss. Die CDU-Abgeordnete Katja Rathje-Hoffmann hatte dem Ministerium Fehlinformationen vorgeworfen.

Durch eine Anfrage der Linken in Hamburg waren die Zustände im Friesenhof in den Fokus gerückt. Die Trägerin des Friesenhofes bestritt in den vergangenen Tagen inakzeptable Praktiken gegen die untergebrachten 15 bis 18 Jahre alten Mädchen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
„Friesenhof“ zahlungsunfähig
Foto: Das «Friesenhof»-Jugendheim in Hedwigenkoog

Die umstrittene Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung „Friesenhof“ im Kreis Dithmarschen hat Insolvenz angemeldet, arbeitet aber vorerst weiter. Sozialministerin Alheit zieht erste Konsequenzen und beschließt ein Maßnahmenpaket.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3