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Die Heringe sind da

Fisch aus der Ostsee Die Heringe sind da

Der Hering beißt wieder. Heringsschwärme verwandeln die Förden und Flussmündungen der Ostsee derzeit zum Anglerparadies. An beliebten Plätzen stehen die Petrijünger manchmal nur Armlängen voneinander entfernt.

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Die Saison an der Ostsee ist in vollem Gange: Berufsfischer lauern von März bis Mai auf den Hering.

Quelle: Lukas Schulze/dpa

Rade/Rostock. Die grün-silbrig glänzenden Fische ziehen jedes Frühjahr zum Laichen von der Ostsee in die Förden und Flussmündungen. Seit Fertigstellung des Nord-Ostsee-Kanals vor rund 100 Jahren nutzen sie auch die knapp 100 Kilometer lange künstliche Wasserstraße als Kinderstube. Zu Tausenden passieren sie derzeit die Kieler Schleusen, um am Kanalufer ihre Eier abzulegen.

Mit Ankunft der Heringe kommen Angler aus ganz Deutschland in den Norden. Die Petrijünger stehen in den Häfen, auf Brücken und Molen, und holen den Schwarmfisch zum Teil eimerweise aus dem Wasser. Beliebte Angelplätze am Nordostseekanal sind unter anderem in Kiel unter der Holtenauer Hochbrücke und unter der alten Levensauer Hochbrücke sowie an den Fähren in Sehestedt, Schacht-Audorf und an der Schwebefähre in Rendsburg.

Freizeitangler: Bis zu 1500 Tonnen jährlich

Die Ausrüstung der Angler ist einfach, denn die Fische „beißen“ auch ohne Wurm auf den blanken Haken, heißt es von Seiten des Landessportfischerverbandes: Kleine Stücke reflektierender Plastikfolie oder Fetzen echter Fischhaut reichten, um die 20 bis 30 Zentimeter großen Fische aus dem Wasser zu holen.

Nach Angaben des Rostocker Thünen-Instituts fangen die Freizeitangler in den deutschen Küstengewässern der Ostsee jedes Jahr rund 1500 Tonnen Hering. Das entspreche rund 14 Millionen Fischen, sagte der Experte für Freizeitfischerei, Harry Strehlow. Die Heringssaison dauert von März bis Mai. Sie ist abhängig von der Wassertemperatur, die für den Hering idealerweise zwischen sechs und sieben Grad beträgt.

Berufsfischer starten Kanal

Neben den Sportfischern sind auch die Berufsfischer in die Heringssaison gestartet. Fischereimeister Hans Brauer aus Rade (Kreis Rendsburg-Eckernförde) stellt dem Hering auf dem Nord-Ostsee-Kanal auf einem 16 Kilometer langen Kanalabschnitt zwischen Königsförde und Audorf nach. Der 62-jährige betreibt sein Handwerk auf rund 400 Hektar, eine Fläche fast doppelt so groß wie der Große Eutiner See.

Die „Rogner“ genannten Weibchen legen jedes bis zu 50 000 Eier. Daraus schlüpfen nach zwei bis vier Wochen die Larven. „Die jungen Heringe bleiben ein halbes Jahr im Kanal und fressen sich groß, bevor sie in die Ostsee zurück ziehen“, schilderte Brauer. Geschlechtsreif werden Heringe nach drei bis sieben Jahren. „Wenn sie nicht gefangen werden, können Heringe mehr als 20 Jahre alt werden“, ergänzte der Fachmann.

Nordseeheringe kommen übrigens nicht in den Kanal. Sie sind so genannte Winterlaicher und legen ihre Eier um Weihnachten herum in 40 bis 70 Metern Tiefe ab – unter anderem auf der Doggerbank.

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa

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