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Dorschquote enttäuscht Fischer und Schützer

Fischerei Dorschquote enttäuscht Fischer und Schützer

Die Fischerei ist ein Balanceakt: Die Boote sollen nicht zu viele Tiere in einem Jahr aus dem Wasser holen — damit es auch in Zukunft noch genug Fisch gibt. Die EU will das mit Obergrenzen regeln. Doch die Ostsee-Mengen für das kommende Jahr sind umstritten.

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Weder Fischer, noch Naturschützer sind mit den neuen Fangquoten vollends einverstanden.

Quelle: Björn Schaller (Symbolphoto)

Luxemburg. Die Fisch-Fangmengen für die Ostsee für 2016 stehen - doch sowohl Fischer als auch Umweltschützer sind unzufrieden. Für Enttäuschung sorgte am Freitag vor allem die Entscheidung der EU-Staaten vom Vorabend, die Fangmenge (Quote) für den Dorsch um ein Fünftel zu kürzen im Vergleich zum laufenden Jahr.

Jede Kürzung sei eine Kürzung zu viel, sagte Norbert Kahlfuss, der Vorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern, der Deutschen Presse-Agentur. Der von den Ministern vereinbarte Anstieg der Heringsquote um 18 Prozent sei zu begrüßen, werde aber die Verluste durch die Absenkung der Dorschquote nicht kompensieren können, sagte Kahlfuss.

"Mit amtlichem Segen überfischt"

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der auch für Fischerei zuständig ist, sprach hingegen von einem „tragfähigen Ergebnis“. „Nach der langen Durststrecke für die Ostseefischer hellen sich die Zukunftsperspektiven deutlich auf. Aufgrund des starken Salzwassereinstroms im vergangenen Winter erwarten wir jetzt auch für die Dorschbestände eine rasche Erholung“, teilte er mit.

Aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF ist die Fangmenge jedoch immer noch zu hoch: „Westlicher Dorsch wird kommende Saison mit amtlichem Segen überfischt werden, obwohl der Bestand seit Jahren im roten Bereich ist. Das ist legalisierte Überfischung statt nachhaltiger Bewirtschaftung, die das Fischereigesetz vorschreibt“, kritisierte Stella Nemecky vom WWF.

„Ich bin sehr besorgt über den Zustand des westlichen Dorschbestands“, hatte auch EU-Fischereikommissar Karmenu Vella eingeräumt, der am Donnerstagabend von einem „harten“ Treffen sprach. Immerhin sei anerkannt worden, dass der Bestand überfischt ist. Ein Bestand ist eine Fischart in einem bestimmten Gebiet.

Wissenschaft hatte stärkere Kürzungen gefordert

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2020 all ihre Bestände auf einem langfristigen verträglichen Niveau zu befischen. Die Umweltorganisation Oceana beklagte: „Bei diesem Tempo wird die Frist 2020 zur Wiederherstellung der Nachhaltigkeit aller Fischbestände nicht erreicht werden.“

Das wissenschaftliche Beratergremium ICES, auf das sich die EU-Kommission bei ihren Vorschlägen an die EU-Staaten für die Fangquoten mit stützt, hatte etwa beim Dorsch deutlich stärkere Kürzungen gefordert.

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Ein Fischkutter auf der Ostsee.

Für die Ostseefischer wird es ernst. Von Donnerstag an berät der EU-Ministerrat über die Ostsee-Fangquoten für das kommende Jahr. Fischer befürchten eine deutliche Absenkung der Dorschquote. Umweltverbänden gehen die Vorschläge nicht weit genug.

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