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Fischkutter gesunken: Kapitän und Gehilfe tot

Fehmarn Fischkutter gesunken: Kapitän und Gehilfe tot

Zwei Fischer sind bei einem Unglück vor der Küste der Ostseeinsel Fehmarn ums Leben gekommen. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Sonntag in Bremen mitteilte, konnten der Kapitän des Kutters und ein Besatzungsmitglied nach einer mehrstündigen Suche nur noch tot aus dem vier Grad kalten Wasser geborgen werden.

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Der gesunkene Kutter in seinem Heimathafen.

Quelle: Frank Behling

Fehmarn. Tragisches Ende einer Fangfahrt. Am Sonnabend sind östlich von Fehmarn zwei Fischer gestorben. Ihr Kutter „Condor“ war aus noch ungeklärter Ursache und auch unbemerkt gesunken. Mit einem Großaufgebot hatten Seenotretter, Polizei und Marine am Abend nach den beiden Männern gesucht. Nach kurzer Suche wurden jedoch nur Wrackteile und ihre Leichen in der Ostsee gefunden.

Die Seenotleitung Bremen war am Sonnabend gegen 18.10 Uhr informiert worden. Fischer vermissten den Kutter mit ihren beiden Kollegen am Abend im Hafen von Burgstaaken. Der 1943 gebaute Kutter „Condor“ war zu dem Zeitpunkt seit Stunden in seinem Heimathafen überfällig. Die letzte bekannte Position des 16 Meter langen Holzkutters war nach Angaben der Seenotretter 3,5 Seemeilen (6,5 Kilometer) östlich von Fehmarn.

Die Seenotleitung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) schickte die Kreuzer „Bremen“ (Großenbrode) und „Hans Hackmack“ (Grömitz) ins Suchgebiet. Außerdem stieg ein SAR-Hubschrauber der Marine aus Nordholz auf. Weiterhin beteiligten sich das Polizeiboot „Fehmarn“, das Einsatzschiff „Neustrelitz“ der Bundespolizei  sowie die Fischkutter „Falkland“, „Bleibtreu“, „Odin“, „Glaube“ und „Sirius“ an der Suche. Aus Dänemark eilten von der Station Gedser der Seenotkreuzer „L. W. Dam“, ein Patrouillenboot der dänischen Marineheimwehr und ein dänischer SAR-Hubschrauber ins Suchgebiet.

Gegen 20 Uhr meldete das Polizeiboot „Fehmarn“ dann treibende Fischkisten und Tauwerk. Eine Viertelstunde später entdeckte die Besatzung des deutschen SAR-Hubschraubers etwa 7,5 Seemeilen (14 Kilometer) nordöstlich der Südostspitze Fehmarns/Staberhuk einen leblosen Körper im Wasser. Der Rettungskreuzer „Bremen“ barg ihngegen 20.30 Uhr. Es war der Decksmann des Kutters. Er war zu dem Zeitpunkt bereits verstorben.

Gegen 20.50 Uhr entdeckte der SAR-Hubschrauber dann weitere Wrackteile. Wenige Minuten darauf fand die Besatzung der „Hans Hackmack“ dort eine weitere leblose Person. Es handelte sich um den 52-jährigen Kapitän des Kutters. Auch ihn konnten die Seenotretter nur noch tot aus dem vier Grad kalten Wasser bergen. Die Rettungskreuzer brachten die Toten nach Burgstaaken, von wo aus sie zur Untersuchung in die Rechtsmedizin gebracht wurden.

 Am Sonntag begann die Suche nach dem Wrack der „Condor“. Dafür traf das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ in dem Seegebiet östlich von Fehmarn ein. Unterstützt durch das Polizeiboot „Fehmarn“ suchte die „Scharhörn“ am Sonntag die mutmaßlichen Orte des Untergans ab. Das Verschwinden des Kutters blieb unbemerkt. Notsignale oder Funkrufe wurden nicht gesichtet oder gehört. Der Kutter war von anderen Fischern zuletzt am Sonnabend gegen Mittag von der Besatzung eines anderen Kutters aus Burgstaaken gesehen worden.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Seenotkreuzer "Bremen" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS war zusammen mit anderen Schiffen an der groß angelegte Suchaktion nach dem Fischkutter «Condor» beteiligt.

Auch zwei Tage nach dem Untergang eines Fischkutters, bei dem zwei Menschen starben, ist die Unglücksursache völlig unklar.

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