16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Flensburger Linke veräppelt Gender-Debatte

“StaubsaugerInnen“ Flensburger Linke veräppelt Gender-Debatte

Die Linke im Rat der Stadt Flensburg verfügt über etwas, was der Partei bundesweit eher abgeht: Humor. Auf einen Irrsinns-Antrag in Sachen „Gender“-Sprache konterten sie mit einem noch verrückteren. Der aber wird durchaus medial ernstgenommen.

Flensburg Rathaus 54.7864087 9.4353996
Google Map of 54.7864087,9.4353996
Flensburg Rathaus Mehr Infos
Nächster Artikel
Nach Gewaltandrohung Schule geräumt

Die Flensburger Altstadt bleibt von der Genderdebatte vorerst verschont.

Quelle: dpa

Flensburg. Es begann alles damit, dass die Fraktion „Wir in Flensburg“ den Antrag stellte, den Begriff „Ratsfrau“ durch „Ratsdame“ zu ersetzen. Das konterte die Linksfraktion mit einem eigenen Antrag. „Ab sofort werden Arbeitsgeräte/-mittel aus allen Arbeitsbereichen der Stadt Flensburg genderneutral bezeichnet. Dies gilt insbesondere für grammatisch mit maskulinem Artikel („der“) bezeichnete Arbeitsgeräte/-mittel:

• Bezeichnungen, die Berufsbezeichnungen nachgebildet sind: der/die ScannerIn, der/die ComputerIn, der/die BleistiftanspitzerIn, der/die KopiererIn, der/die StaubsaugerIn usw.

• weitere Bezeichnungen sollten bestehenden Doppelformen kreativ nachgebildet werden: der/die Papierkorb/-körbin, der/die Briefkopf/-köpfin, der/die AbfalleimerIn usw.“

Bei gründlicher Lektüre hätte man schon stutzig werden können. Als „Global-/Teilziel“ des Antrags steht dort zu lesen:„Flensburg ist ein wunderbares Erlebnis“. Doch zunächst schwappte eine Empörungswelle durch die Stadt und weit darüber hinaus. Ein neuer, vermeintlicher Gipfel des Gender-Irrsinns wurde gegeißelt.

Antrag wird ernst genommen

Dabei hatte sich Linken-Fraktionschefin Gabi Ritter einfach nur über den Ratsdamen-Antrag amüsiert. Doch ihr Antrag traf augenscheinlich so den Zeitgeist, dass er ernst genommen wurde – auch von etlichen Ratsmitgliedern. Deshalb entschloss sich die Linke-Fraktion, auf ihrer Website folgenden Zusatz zu posten: „Die Linke wird den Antrag der WiF ablehnen und empfiehlt dies übrigens auch für den eigenen Ergänzungsantrag, der durch die Neuschaffung von Begriffen wie ,der/die ScannerIn’, ,der/die AbfalleimerIn’ oder ,der/die StaubsaugerIn’ bestenfalls für Lachanfälle in den 13 Etagen des Rathauses sorgen sollte.“

Und so wird diese Polit-Episode wohl da landen, wo sie auch hingehört: in der PapierkörbIn ...

Von RND/dk

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3