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Baby Ikpomosa auf Kieler Marineschiff geboren

Flüchtlinge im Mittelmeer Baby Ikpomosa auf Kieler Marineschiff geboren

Bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer ist an Bord des Tenders „Werra“ ein Kind geboren worden. Die hochschwangere Mutter war mit 655 Menschen in mehreren Booten vor der libyschen Küste unterwegs, das teilte der Sprecher der Marine an Bord des Tenders mit.

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Die nigerianische Mutter mit Säugling Ikpomosa, einer Freundin und der Schiffsärztin im Hospital der "Werra".

Quelle: Bastian Fischborn

Tripolis. Die Rettungsaktion begann am Dienstag, als Soldaten des Kieler Minenjagdbootes „Datteln“ gegen 7 Uhr etwa 100 Meilen nordwestlich der libyschen Hafenstadt Tripolis ein Holzboot sichteten. Nur 50 Minuten später erblickte die Besatzung des Tenders „Werra“ unweit davon noch weitere Schlauchboote mit Menschen.

Das Hauptquartier der Militär-Operation „Sophia“ gab beiden Einheiten den Auftrag, die Boote zu untersuchen. Dabei wurde festgestellt, dass alle Boote seeuntüchtig waren und eine Rettungsaktion eingeleitet. Die „Datteln“ rettete dabei 45 Menschen, die kurz darauf an das norwegische Spezialschiff „Siem Pilot“ übergeben wurden. Die „Werra“ rettete aus insgesamt vier Schlauchbooten 520 Menschen.

Ikpomosa im Bordhospital geboren

Unter den Menschen war auch eine hochschwangere Frau aus Nigeria. Kurz nach der Rettung setzten bei der 22-Jährigen die Wehen ein und auf See wurde im Bordhospital der „Werra“ etwa 63 Seemeilen nordwestlich von Malta ein Junge geboren. Die Geburt wurde unter Leitung der Schiffsärztin der „Werra“ vom Sanitätsteam sicher begleitet. Das Baby bekam danach von der Mutter den Namen Ikpomosa. Es ist die zweite Geburt an Bord eines deutschen Kriegsschiffes. Am 24. August 2015 kam auf der Fregatte „Schleswig-Holstein“ das Mädchen Sophia zur Welt. Nach diesem Kind wurde anschließend die Militäroperation zur Rettung der Menschen im Mittelmeer benannt.

Foto: Der Tender "Werra" ist im Mittelmeer zur Flüchtlingsrettung unterwegs.

Der Tender "Werra" ist im Mittelmeer zur Flüchtlingsrettung unterwegs.

Quelle: Frank Behling

Zusätzlich übernahm das Kieler Marineschiff noch 136 Menschen von dem Frachter „Astral“, der ebenfalls Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hatte. Mit 542 Männern, 102 Frauen sowie zwölf Kindern an Bord trat die „Werra“ nach Angaben von Marinesprecher Bastian Fischborn die Reise nach Trapani in Italien an. Durch die beiden Kieler Marineeinheiten wurden so 701 Menschen an Bord genommen. Die von den Flüchtlingen benutzten Boote wurden anschließend als schwimmende Hindernisse klassifiziert und versenkt.

Die „Werra“ hisste das Flaggensignal „MOX“, das laut internationalem Signalbuch für den Fall steht, dass ein Kind an Bord geboren wurde. Im Schiffstagebuch der „Werra“ wurden neben der Position der Geburt auch die Daten des Babys eingetragen. Das Kind wog 2530 Gramm und war 47 Zentimeter groß. Der Junge und die Mutter kamen in Italien zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Das Versorgungsschiff „Werra“ ist zu einem Einsatz im Mittelmeer ausgelaufen.

Das Minenjagdboot „Datteln“ und das Versorgungsschiff „Werra“ sind am Montag von ihrem Heimathafen Kiel zu einem Einsatz im Mittelmeer ausgelaufen. Etwa 200 Angehörige haben die Soldaten verabschiedet.

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