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DRK braucht jede helfende Hand

Flüchtlinge in SH DRK braucht jede helfende Hand

Rund 150 ehrenamtliche DRK-Helfer aus dem Land betreuen seit Mitte Juli jede Woche die Flüchtlinge in den drei neu geschaffenen Erstaufnahmeeinrichtungen in Seeth, Albersdorf und Rendsburg. Mehr als 5500 Helferstunden sind bereits geleistet worden. Allmählich stößt die Organisation personell an ihre Grenzen.

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Mehr als 5500 Helferstunden leisteten DRK-Ehrenamtler bereits in den Flüchtlingsunterkünften im Land. Sie nehmen Flüchtlinge in Empfang, versorgen sie mit Kleidung und Hygieneartikeln oder bringen die Asylsuchenden – wie hier in Rendsburg – zur medizinischen Erstuntersuchung.

Quelle: Carsten Rehder/ dpa

Kiel. Denn nicht jeder Arbeitgeber sei glücklich darüber, wenn sein Mitarbeiter durch den DRK-Einsatz ständig fehle, sagt Dirk Kubat, DRK-Landesbereitschaftsleiter. Freiwillige sollen nun für Entlastung sorgen. Sie können sich über das Internet beim DRK melden.

 „Für uns ist das ein Betreuungseinsatz mit besonderen Rahmenbedingungen“, sagt Mathias Balke, Katastrophenschutzbeauftragter des DRK-Landesverbands. Kulturelle Unterschiede aber auch traumatische Fluchterlebnisse machen die Arbeit nicht ganz einfach. „Das ist auch für uns Neuland. Wir durchlaufen hier als Organisationen, wie auch viele andere, gerade einen Lernprozess.“ Schließlich habe es seit der Wiedervereinigung nicht mehr solche Flüchtlingsströme in Deutschland gegeben.

 Im Gegensatz zu den Erstaufnahmeeinrichtungen in Kiel und Eggebek (Kreis Schleswig-Flensburg), die bereits im Frühjahr vom Land geplant wurden und hauptamtlich betreut werden, hatte das DRK in Seeth, Albersdorf und Rendsburg kaum Zeit sich vorzubereiten: „Das Innenministerium, mit dem wir seitdem täglich die aktuelle Lage besprechen, ist an uns herangetreten und bat um Unterstützung“, sagt Balke. „Wir mussten also relativ kurzfristig alles ehrenamtlich organisieren.“ Keine leichte Aufgabe. „Schon das Catering, das wir die ersten Tage übernommen hatten, stellte unsere Feldköche vor eine besondere Herausforderung. Schließlich wussten wir, dass die typisch deutsche Erbsensuppe auf wenig Gegenliebe stoßen würde.“

 Vor Ort leisten die DRK-Helfer wirklich ganze Arbeit: „Wir empfangen unsere ,Gäste’ – so nennen wir die ankommenden Flüchtlinge – ähnlich wie in einem Hotel“, berichtet Lars Christophersen, kommissarischer Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung in Seeth. „Zunächst werden sie registriert, dann zeigen wir ihnen ihre Zimmer und wo es etwas zu Essen gib.“ Darüber hinaus gäbe es eine Kinderstube, Sprachunterricht, Sportangebote wie Fußball sowie eine Kleiderkammer, die dreimal pro Woche besetzt ist. „Für die Dinge des täglichen Bedarfs, wie Duschgel oder Windeln, haben wir ein eigenes Büro eingerichtet“, so der DRK-Kreisbereitschaftsleiter Nordfriesland. Freiwillige Einsatzzeiten von morgens 8 Uhr bis abends 21 Uhr, wenn die letzten Busse eingetroffen sind, seien da keine Seltenheit.

 Die Motivation der Helfer sei riesig, sagt Ehrenamtskoordinator Dirk Kubat. Trotzdem ist die Personalbereitstellung nicht ganz einfach. „Im Regelbetrieb brauchen wir insgesamt 20 Helfer pro Tag an unseren drei Standorten.“ Doch die Verfügbarkeit lässt zunehmend nach, denn nicht jeder Arbeitgeber, könne länger als sechs Wochen auf seine Arbeitskräfte verzichten. Das DRK setzt daher künftig auf freiwillige Hilfe aus der Bevölkerung: „Interessierte können sich seit Freitag unter www.drk-sh.de/teamsh.html registrieren“, so Kubat. „Wir versuchen so die Hilfe planbarer zu machen und gezielt einzusetzen.“

 „Die Gesellschaft braucht jede helfende Hand“, sagt Torsten Geerdts, Vorstand des DRK-Landesverbands Schleswig-Holstein und befürwortet den Vorschlag einen Freiwilligendienst Asyl einzuführen. Wichtig sei nur, dass die jungen Helfer entsprechend qualifiziert und keine unnötigen bürokratischen Hürden aufgebaut würden.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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