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Drohnen: Wildwest am Nordhimmel

Flugobjekte Drohnen: Wildwest am Nordhimmel

Drohnen werden immer preiswerter. Die Folge: Immer mehr Bürger nutzen die unbemannten Flugobjekte im Norden. Viele Drohnenbesitzer kennen aber die Auflagen nicht. Polizei und Aufsichtsbehörden sprechen bereits von Wildwest am Himmel. Das Bundesverkehrsministerium will deshalb die Regeln verschärfen.

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Laut Deutscher Flugsicherung dürfen Drohnen auch in Kontrollzonen von Verkehrsflughäfen fliegen, wenn sie mindestens 1,5 km Mindestabstand zur Flugplatzbegrenzung einhalten und nicht höher als 50 Meter fliegen.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Kiel/Hamburg. In Hamburg wurden 2012 nur 19 Drohnenflüge beantragt. Drei Jahre später waren es bereits 620. In der Regel ging es um Luftaufnahmen für Filmproduktionen oder Fotos. Aber auch für wissenschaftliche Zwecke und Kontrollen etwa von Photovoltaikanlagen würden die Drohnen eingesetzt, berichtete Harry Denz von der Luftsicherheitsbehörde in Hamburg. In Schleswig-Holstein wurden 2014 insgesamt 225 Genehmigungen für Drohnenflüge erteilt. 2015 waren es bereits 435. Das geht aus der Antwort des Kieler Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Piraten im Landtag hervor. Doch all diese Zahlen geben nur ein unvollständiges Bild wieder. Denn erfasst sind vorwiegend gewerbliche Drohneneinsätze.

Versicherung Pflicht, Genehmigung nicht immer

Wer hobbymäßig eine Drohne von maixmal fünf Kilogramm auf seinem eigenen Grund und Boden steigen lässt, braucht keine Genehmigung und wird folglich meist auch nicht erfasst. Allerdings muss er eine Versicherung haben, sobald er mit dem Spielzeug seine vier Wände verlässt. Doch das wissen viele Drohnenbesitzer offenbar nicht. Selbst gegen die Grundregeln für Drohnenflüge wird offenbar immer wieder verstoßen. Etwa gegen die maximale Flughöhe von 100 Metern, den steten Sichtkontakt und die Drohnennutzung nur im Hellen. Und wer sein Fluggerät privat oder gewerblich über Städten, Wohngebieten, Naturschutzgebieten oder in der Nähe von Flughäfen kreisen lassen will, benötigt im Norden auch als Privatmann eine Genehmigung. In jedem Fall müssen stets die Persönlichkeitsrechte Dritter gewahrt werden.

Selbst die Tabuzonen wie Blaulichteinsätze, Gefängnisse und Menschenansammlungen sind vielfach nicht bekannt. Vor allem Flughäfen bereitet der Boom bei den Drohnen zunehmend Probleme. Am Hamburger Flughafen, so berichtete Harry Denz, gelte zwar der 1,5 Kilometer-Schutzradius. Dennoch seien allein 2015 drei Drohnen in der Einflugschneise des Airports gesichtet worden. „Meistens findet man dann die Videos davon im Internet. Die stammen von irgendwelchen Leuten, die an- oder abfliegende Flugzeuge möglichst nah filmen wollen.“ Doch auch bei gewerblichen Genehmigungen hält Patrick Breyer von der Piraten-Landtagsfraktion in Kiel den Schutz für unzureichend. „Es genügt, dass der Drohnenpilot und der Antragsteller schriftlich erklären, den Datenschutz einzuhalten.“ Geprüft werde das aber nicht. „Fliegende Kameras sind eine neue Dimension der Überwachung, weil sie unbemerkt und überall einsetzbar sind“, findet Breyer und fordert, dass die Vorschriften für Überwachungskameras im Bundesdatenschutzgesetz auch für Drohnen gelten. Doch im Verkehrsministerium lehnt man das ab: Schließlich würden Drohnenflüge nicht wie Kameras etwa an Tankstellen der Überwachung dienen. Das Ministerium prüft aber, ob Drohnenflieger ein Datenschutzmerkblatt erhalten. Die Piraten fordern hingegen ein öffentliches Register aller Genehmigungen. Nur so könnten die Verantwortlichen identifiziert und bei Verstößen zur Rechenschaft gezogen werden.

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Flugsicherheitsbehörde
Foto: Drohnen stören die Flugverkehr am Hamburger Flughafen.

Eigentlich gebe es im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Flughafen Hamburg ein gesetzliches Verbot, Drohnen dort steigen zu lassen, sagte Harry Denz von der Luftsicherheitsbehörde bei einer Diskussionsveranstaltung in Hamburg. „Davon wissen die meisten Freizeitpiloten nichts.“

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