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Widerstand gegen den Zerfall

Förderbescheide für Bibliotheken Widerstand gegen den Zerfall

In den Landesbibliotheken lagern historische Schätze. Um diese zu erhalten, unterstützt das Land die Maßnahmen zum Restaurieren und Bewahren wertvoller alter Bücher. Am Mittwoch übergab Staatssekretär Rolf Fischer Förderbescheide in Gesamthöhe von rund 160000 Euro an vier wissenschaftliche Bibliotheken.

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Freuen sich, dass sie historische Bücher erhalten können: (v.l.) Rainer Horrelt, Monika Zarnitz, Klaus Tochtermann, Peter Thurmann, Anja Pistor-Hatam, Udo Beer, Rolf Fischer, Else Wischermann und Klára Erdei.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Eine Bibelübersetzung Luthers aus dem Jahr 1522 hat Klára Erdei mitgebracht, um zu demonstrieren, um was für unbezahlbare Schätze es beim Erhalt schriftlichen Kulturgutes geht. Erdei ist Mitarbeiterin der Universitätsbibliothek (UB) der Christian-Albrechts-Universität (CAU) und dort zuständig für die Altbestände. Stolz blättert sie die Bibel durch und zeigt die Holzschnitte von Lucas Cranach dem Älteren, die das Neue Testament illustrieren. „Wir haben sehr viele Bücher aus den Lebzeiten Luthers. Aber dieses gehört sicherlich zu den bedeutendsten“, erläutert Erdei. Die Entsäuerung sei ein wichtiger Schritt im Bemühen, alte Bücher vor dem Zerfall zu retten, erzählt Erdei. Dabei werden die Bücher in einem Vakuum mit einem Lösungsmittel getränkt, das den Zersetzungsprozess im Papier unterbindet und es vor neuer Versäuerung schützt. „Problematisch ist die Situation vor allem bei den Büchern, die nach 1850 gedruckt wurden“, erklärt Else Wischermann, Direktorin der Universitätsbibliothek der CAU. Das Papier dieser Bücher sei so beschaffen, das es vergilbt, spröde wird und zerfällt.

 Um den Erhalt von Büchern aus dieser Zeit geht es der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel. Die ZBW ist in den vergangenen Jahren mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit ausgezeichnet worden. 2014 wurde sie „Bibliothek des Jahres“. Grund für die Ehrungen war vor allem die von ihr verfolgte schrittweise Digitalisierung aller vier Millionen Bände im Bestand, die dazu führt, dass ein Großteil der Publikationen online zu lesen ist. Im Bestand der Bibliothek befinden sich aber auch etwa 2,4 Millionen Bücher und Bände aus den Jahren 1850 bis 1990, die besonderer Pflege bedürfen. Um einen Teil der Altbestände als gedruckte Originalbücher bewahren zu können, hat sich die ZBW in diesem Jahr zum ersten Mal um die Förderung des Landes bemüht. 40000 Euro wurde ihr nun für Entsäuerungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

 Neben der ZBW wird in diesem Jahr auch die Kieler Uni-Bibliothek unterstützt, mit 100000 Euro. Auch die Bibliothek der Fachhochschule Kiel und die Kunsthalle Kiel erhielten Förderbescheide. Der FH werden 10000 Euro zur Verfügung gestellt, der Kunsthalle 7500 Euro. Seit 2012 fördert das Land Schleswig-Holstein jährlich den Erhalt schriftlichen Kulturgutes in wissenschaftlichen Bibliotheken.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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