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Wie gefährlich ist die Geflügelpest?

Fragen und Antworten Wie gefährlich ist die Geflügelpest?

Schleswig-Holstein verschärft die Vorsorgemaßnahmen gegen die Geflügelpest. Per Allgemeinverfügung gelten ab Donnerstag strengere Biosicherheitsmaßnahmen für alle Geflügelhaltungen. Rund um das Thema Vogelgrippe stellen unsere Leser viele Fragen. Hier die wichtigsten Antworten.

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Die Kanadagänse und Möwen auf dem Kleinen Kiel in der Landeshauptstadt sind bisher von der Krankheit verschont geblieben. Täglich wird kontrolliert.

Quelle: Ulf Dahl

Was bedeuten die Auflagen für die Halter?

In allen Geflügelställen muss gesonderte Schutzkleidung inklusive Schuhwerk getragen werden. Transportmittel wie Fahrzeuge und Behältnisse sind nach jeder Verwendung sofort zu reinigen und zu desinfizieren. Große wie kleine Geflügelhaltungen müssen vor den Eingängen zu den Stallungen Desinfektionsmatten oder -wannen zur Schuhdesinfektion einrichten. Vor dem Betreten des Stalls müssen Hände gewaschen und desinfiziert werden. Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Vogelgrippe und Geflügelpest?

Vogelgrippe ist ein Oberbegriff für alle Erkrankungen, die durch Influenza-A-Viren bei Vögeln verursacht werden. Es gibt aber zahlreiche Unterformen, einige machen weniger krank, bei anderen ist die Todesrate sehr hoch. Letztere werden als Geflügelpest bezeichnet, weil auch Hausgeflügel erkranken kann und meist daran verendet. Der Name des aktuellen Virus lautet HPAI H5N8.

Für welche Tiere ist die Geflügelpest gefährlich?

Die Tierseuche ist vor allem für Vögel ein Risiko. Nicht alle Vogelarten erkranken aber in gleichem Maße. Vögel können das Virus auch weiterverbreiten, ohne selbst zu erkranken.

Wie kann ich erkennen, wenn ein Vogel oder Hausgeflügel an der Geflügelpest erkrankt ist?

Typische Symptome sind Atemnot, Apathie, Flüssigkeitsansammlungen, Durchfall und eine Blauverfärbung der Haut. Bei Geflügel lässt die Eierproduktion deutlich nach.

Können auch Menschen erkranken?

Bisher sind noch nie Erkrankungen an diesem hochpathogenen Virus beim Menschen bekannt geworden, können aber laut Friedrich-Loeffler-Institut nicht ausgeschlossen werden. Denn wie alle Grippeviren verändern diese sich. Bei dem Geflügelpest-Virus gibt es aktuell Hinweise auf solche Veränderungen.

Kann ich weiter Geflügel und Eier essen, auch wenn die Seuche im Kreis ausgebrochen ist?

Geflügelfleisch, Eier und sonstige Geflügelprodukte aus betroffenen Beständen werden nach den Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung vernichtet und gelangen nicht auf den Markt. Das Virus ist zudem hitzeempfindlich. Daher ist der Konsum von vollständig durcherhitztem Fleisch und vollständig durcherhitzten Eiern von mit Aviärer Influenza befallenen Tieren für die menschliche Gesundheit unbedenklich. Beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte man aber immer die Hygieneregeln beachten.

Warum darf ich meine Katze in den Gebieten um die Fundorte infizierter Tiere nicht frei laufen lassen und soll meinen Hund anleinen?

Auch wenn keine Erkrankungen bei Hunden und Katzen bekannt sind, könnten sie das Virus weiterverbreiten – etwa wenn eine Katze einen infizierten, geschwächten Vogel totspielt und dann herumstromert. Wer einen Hund oder eine Katze hat, sollte deshalb dafür sorgen, dass diese nicht mit lebenden oder toten Wildvögeln in Kontakt kommen.

Darf ich Enten und Schwäne zum Beispiel auf dem Kleinen Kiel weiter füttern?

Nein, die Tiere dürfen grundsätzlich nicht gefüttert werden. Ob mit oder ohne Geflügelpest handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit und wird mit Bußgeld bestraft. Anders im eigenen Garten: Nach Angaben des Umweltministeriums dürfen Vögel im Winter gefüttert werden.

Werden die Tiere am Kleinen Kiel in Kiel auch eingefangen und eingesperrt?

Nein, das ist nicht geplant, weil es sich um Wildtiere handelt. Täglich wird aber kontrolliert, ob Tiere verendet sind. In Zoos und Tierparks werden die gefährdeten Vögel wie zum Beispiel Pelikane hingegen im Stall oder besonders geschützten Volieren gehalten. Die Besucher gehen am Eingang über Desinfektionsmatten, damit sie das Virus nicht über die Schuhsohlen in die Parks tragen.

Wie verhält man sich, wenn man unterwegs einen toten Vogel findet?

Den Fund sollte man der Stadt oder dem Kreis melden. Dort wird dann organisiert, dass die Tiere eingesammelt werden. Veterinäre nehmen von den Kadavern Proben, die vom Landeslabor in Neumünster und bei einem konkreteren Verdacht anschließend vom Friedrich-Loeffler-Institut analysiert werden.

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