13 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Flüchtlingsbaby bei Rettungsaktion geboren

Fregatte Schleswig-Holstein Flüchtlingsbaby bei Rettungsaktion geboren

An Bord der Fregatte „Schleswig-Holstein“, die derzeit im Mittelmeer unterwegs ist, ist am Montag in den frühen Morgenstunden ein gesundes Mädchen zur Welt gekommen. Wie die Marine am Dienstag mitteilte, sind Kind und Mutter wohlauf. Der Säugling wurde noch an Bord des Schiffes auf den Namen „Sophia“ getauft, wiegt 3000 Gramm und ist 49 Zentimeter groß.

Voriger Artikel
Film aus Island eröffnet Nordische Filmtage
Nächster Artikel
Dänischer Minister stellt Belt-Tunnel in Frage

Es ist das erste Mal, dass auf einem Kriegsschiff der Bundeswehr ein Mensch zur Welt gekommen ist.

Quelle: Petersen/Bundeswehr/dpa

Tarent/Italien. Es ist das erste Mal, dass auf einem Kriegsschiff der Bundeswehr ein Mensch zur Welt gekommen ist.

Die Mutter des Mädchens stammt aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu und war demnach allein vor fünf Monaten zur Flucht in Richtung Europa aufgebrochen. Am vergangenen Wochenende – als insgesamt mehr als 4000 Menschen auf dem Mittelmeer in Sicherheit gebracht wurden – gehörte die Frau zu 453 Flüchtlingen, die zuvor vom britischen Forschungsschiff „HMS Enterprise“ gerettet wurden. Die Männer und Frauen sollten von der „Schleswig-Holstein“ aufgenommen und an die italienische Küste gebracht werden.

Wie die Bundeswehr berichtet, seien die Soldaten immer wieder mit ihren Speedbooten zwischen den Schiffen gependelt und haben jeweils acht Flüchtlinge transportieren können. Dabei wurden 83 Frauen und 24 Kinder zuerst in Sicherheit gebracht. Die hochschwangere Frau fiel den Marinesoldaten der „Schleswig-Holstein“ dabei sofort ins Auge. „Sie wurde gleich auf die Krankenstation gebracht, als sie an Bord kam“, berichtet Obermaat Charlie M. in einem Einsatzbericht der Bundeswehr (Die Namen der Soldaten werden dort aus Sicherheitsgründen verkürzt wiedergegeben).

Foto: Das Baby wurde noch an Bord auf den Namen Sophia getauft.

Das Baby wurde noch an Bord auf den Namen Sophia getauft.

Quelle: Petersen/Bundeswehr/dpa

Den Angaben zufolge heißt die Frau Rahma Abukar Ali und ist 33 Jahre alt. An Bord des Marineschiffes sei schließlich eine ungeheure Last von ihr gefallen, berichtet die Bundeswehr. Gemeinsam mit Stabsarzt Marius S. kümmerte sich das Sanitätspersonal sofort um die schwangere Frau. „Wir konnten schon zu Beginn des Einsatzes abschätzen, dass es einmal eine Geburt an Bord geben könne“, sagt der Mediziner. „Darauf muss man als Arzt auch grundsätzlich vorbereitet sein.“

Gegen 4.15 Uhr schließlich erblickte die kleine Sophia im Sanitäsbereich des Schiffes das Licht der Welt. „Ich hätte ja nie gedacht, dass ich einmal bei einer Geburt helfen werde“, berichtet Obermaat Charlie M. „Gerade in solchen Momenten spürt man, dass man wirklich etwas Sinnvolles tut“, wird der Soldat zitiert. Mutter und Kind wurden nach Marineangaben am Montagnachmittag gemeinsam mit 452 weiteren Flüchtlingen sicher in den Hafen Tarent am süditalienischen Festland gebracht.

Allein die Besatzungen der Bundeswehr haben mit ihren Schiffen seit Mai dieses Jahren im Mittelmeer mehr als 7000 Flüchtlinge gerettet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3