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Das ganze Land ist eine Rapsodie

Frühsommer Das ganze Land ist eine Rapsodie

Honigduft liegt über Schleswig-Holstein. Zieht in die Dörfer und Städte. Lockt Spaziergänger, Radfahrer und Cabrio-Besitzer raus aufs Land. Und wir dürfen uns freuen: Der goldgelbe Raps wird uns in diesem Jahr um einiges länger als sonst begleiten.

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Mitten im Raps – und den Traum von einem Segelurlaub gibt es gratis dazu: auf dem Spazierweg nahe Laboe.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die Blütezeit, erklärt Wolfgang Sauermann von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, dauert üblicherweise vier Wochen und endet im Norden Ende Mai oder Anfang Juni. Aber weil der Raps in diesem Jahr wegen der kühlen Wetterlage so schwer in Gang kam, blüht uns der Raps fünf bis sechs Wochen.

Die leuchtenden Felder sind aber nicht nur etwas fürs Auge. Sie haben auch eine große wirtschaftliche Bedeutung. In Deutschland wird Raps auf einer Anbaufläche von 1,4 Millionen Hektar angebaut. 100 000 Hektar davon verteilen sich auf Schleswig-Holstein. Aus einem Hektar können 1800 bis 2000 Liter Rapsöl gewonnen werden. Mit einem Ölgehalt von bis zu 45 Prozent und einem Eiweißgehalt von rund 22 Prozent gehört Raps zu den wertvollsten Produkten aus pflanzlicher Produktion weltweit.

Das sind die leuchtenden Bilder der Rapsfelder in Schleswig-Holstein.

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Nach der Ernte werden die Saatkörner bemustert und auf ihren Ölgehalt geprüft. Liegt dieser über 40 Prozent, können die Saatkörner an Ölmühlen ausgeliefert werden. Dort wird aus ihnen Rapsöl – das „flüssige Gold“ – gepresst. Dieses kann unter anderem zu Speiseöl weiterverarbeitet werden oder wird als Hauptzutat in Margarine und pflanzlichen Streichfetten verwendet. Mittlerweile ist das Rapsöl, das aufgrund seines hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren als besonders gesund gilt, in deutschen Küchen weit verbreitet. Mit einem Marktanteil von 41 Prozent liegt es klar vor Sonnenblumen- und Olivenöl. Die Deutschen verbrauchten im vergangenen Jahr 78,5 Millionen Liter Rapsöl – so viel wie nie zuvor.

Der wertvolle Rohstoff wird außerdem für die Produktion von Biodiesel verwendet und treibt Blockheizkraftwerke an. Für Bienen bietet der Raps im Frühjahr eine wichtige Nektar- und Pollenquelle. Wegen des hohen Eiweißgehalts findet mehr als die Hälfte der Rapsernte ihren Weg in die Futtermittelindustrie. Das beim Ölpressen getrennte Rapseiweiß wird als Rapsextraktionsschrot in Rinder-, Schweine- und auch Geflügelfutter verwendet. „Das Rapsschrot ist ein sehr hochwertiges Eiweißmittel im Vergleich zu gentechnisch verändertem Sojaschrot“, erklärt Sauermann.

Insgesamt prognostiziert die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. für die deutschen Landwirte in diesem Jahr einen Ertrag von 5,4 bis 5,9 Millionen Tonnen Rapssaat. Aktuell liegt der Preis pro Tonne Raps bei 365 Euro. Aber all diese Zahlen sind für uns Ausflügler eher zweitrangig – wir wollen das satte Gelb, das von oben betrachtet besonders beeindruckt. Fotograf Frank Peter ist dafür mit einer Drohne losgezogen. Viel Freude mt seiner Rapsodie.

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