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"Achtung, Gefahrenstelle!"

Funk-Vorwarnungen in SH "Achtung, Gefahrenstelle!"

Es ist laut, klingt dramatisch und kommt in Dauerschleife – aber es wirkt: Mit dem Funkspruch „Achtung, Gefahrenstelle!“ werden deutschlandweit Lkw-Fahrer rund 400 Meter vor einer Gefahrenstelle über einen Funk-Vorwarnsender auf diese aufmerksam gemacht.

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Volker Hoppenheit (rechts) und Matthias Paraknewitz führen den Funkspruch in acht Sprachen vor.

Quelle: Gunda Meyer

Neumünster. Die Sender wurden nun auch an den 48 Absperranhängern und den zwei Kehrmaschinen des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) befestigt.

 „Leichte Unfälle gibt es auf Autobahnen nicht, schon gar nicht mit Lkw“, sagt Matthias Paraknewitz vom LBV. Mit den Frühwarnsendern, die direkt an den Gefahrenstellen angebracht sind, sollen sich die Unfälle reduzieren. „In Bayern, wo wir die ersten Sender vor über fünf Jahren eingeführt haben, sind die Zahlen der Lkw, die in eine Baustelle reingefahren sind, zurückgegangen“, erklärt Volker Hoppenheit von der Herstellerfirma B & E Antec.

 Bundesweit gab es in den vergangenen sechs Jahren 1175 dieser Unfälle, zehn Menschen kamen dabei ums Leben. In Schleswig-Holstein war erst Mitte April ein Lkw bei Scharbeutz in eine Warntafel gerast.

 Eine gute Ausschilderung vor Tagesbaustellen funktioniert nur dann, wenn die Lkw-Fahrer aufmerksam sind. „Viele sind übermüdet, unachtsam oder im Kosten- und Termindruck unterwegs“, sagt Paraknewitz.

 Genau dort setzen die Sender an: Sie reißen den Fahrer auf seinem Heimatkanal mit der Ansage aus dem Trott und geben ihm genug Vorlaufzeit (zwischen 15 und 20 Sekunden), sich auf die Bau- oder Gefahrenstelle einzustellen. Gewarnt wird auf neun Sprachen: „Neben Deutsch und Englisch sind Dänisch sowie die osteuropäischen Sprachen für die schleswig-holsteinischen Autobahnen besonders wichtig“, sagt Martin Hermannsen vom LBV.

 Die Warnmeldung wiederholt sich solange, bis der Lkw an der Gefahrenstelle vorbeigefahren ist. „Wir richten den Funk so aus, dass Fahrer auf der Gegenfahrbahn diese Meldung nicht bekommen sollten“, so Ingenieur Hermannsen. Eine Dauerbeschallung bei Stau ist ebenfalls nicht zu befürchten: „Erst ab einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern kommen die Meldungen“, erklärt Volker Hoppenheit.

 Aber haben die Lkw heutzutage überhaupt noch den öffentlichen, kostenfreien CB-Funk und hören ihren Heimatkanal? „Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade in den osteuropäischen Ländern viele Lkw mit dem CB-Funk ausgestattet sind und 90 Prozent aller Fahrer ihren Heimatkanal hören“, sagt Hermannsen.

 Die Kosten für die Vollausrüstung der Absperrhänger und Kehrmaschinen betragen 430000 Euro. „Das mag im ersten Moment teuer klingen, aber die Geräte sind wasserdicht und so robust, dass sie auf Lebenszeit eines Hängers, also zwischen zehn und 15 Jahre halten“, erklärt Paraknewitz.

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Gunda Meyer
Holsteiner Zeitung

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