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Bei diesen Zeichen kommen die Einbrecher

Gaunerzinken Bei diesen Zeichen kommen die Einbrecher

Es sind oft völlig unauffällige Zeichen an der Fassade, Haustür oder auch am Briefkasten – ein simples Kreuz oder auch eine gezackte Linie. Gaunerzinken sind die Geheimsymbole von Einbrecherbanden, die allzu leicht unentdeckt bleiben.

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Diese Bedeutung haben die Symbole. Wer derartige Kreidestriche bemerkt, sollte sofort die Polizei alarmieren.

Quelle: hfr

Kiel. Striche, Kreuze oder Linien: Immer wieder gibt es Gerüchte, dass Einbrecher Häuser mit Geheimzeichen kennzeichnen. Dabei handelt es sich um Kreidezeichen, die meist unauffällig vor oder an Gebäuden aufgemalt werden. In Schleswig-Holstein wurden Gaunerzinken laut Polizei lange nicht gesichtet – doch in der dunklen Jahreszeit schadet es nicht, darauf zu achten, denn jetzt nutzen Täter jede Gelegenheit in Häuser einzusteigen.

Aktuell hat es einen Anstieg um rund 170 Taten von Oktober auf November 2016 gegeben. Kiel und das Kieler Umland waren in den vergangenen Tagen wieder stärker belastet. Erst in der Nacht zu Donnerstag nahmen Polizisten zwei Männer vorläufig fest. Insgesamt gehen die Taten  jedoch zurück: "Die Anzahl der vollendeten Wohnungseinbruchdiebstähle und Versuchstaten für die Monate Januar bis einschließlich November ist von 7514 in 2015 auf 6051 in 2016 gesunken", so eine Polizeisprecherin.

Einbruchszahlen von Januar bis November in SH
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Jeder Strich oder Kringel hat eine Bedeutung, die nur die Eingeweihten kennen. Sie dienen Einbrecherbanden als Geheimcodes. Die Vorgehensweise der organisierten Banden: Ein Späher kundschaftet eine Wohngegend aus und hinterlässt dann auf der Straße oder an den Häusern die Symbole, die den nachfolgenden Komplizen signalisieren, ob es hier beispielsweise etwas zu holen gibt oder das Gebäude gut gesichert ist, ein Hunde wacht, das Haus nur von einer Person bewohnt wird.

Gaunerzinken erleichtern Einbrechern die Arbeit

Die Geheimzeichen sind oft als solche nicht zu erkennen. Ein mageres Kreuz unter dem Briefkasten fällt kaum auf, auch ein Strich an der Hausfassade erregt wenig Aufmerksamkeit. Nach Angaben von Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamtes, seien Gaunerzinken in Schleswig-Holstein, derzeit kein Thema: „So etwas ist in der Vergangenheit nicht aufgefallen.“ Zuletzt Ende 2013 wurden sie im Raum Flensburg im Zusammenhang mit einer Einbrecherbande gesehen. Das bedeutet aber nicht, dass sich organisierte Banden eines Tages nicht wieder darauf besinnen, um sich die „Arbeit“ leichter zu machen.

Jedes Symbol hat eine eigene Bedeutung.

Quelle: hfr

Die Geschichte dieser und anderer Gehimsymbole reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals nutzen Menschen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe diese Zeichen, weil sie gesucht wurden und Repressalien fürchten mussten. Mit Kreuzen, Strichen oder gezackten Linien warnten sie sich gegenseitig vor möglichen Widersachern oder der Ordnungsmacht. Diese Zinken entwickelten dann die Gauner für ihre Zwecke weiter.

Moderne Variante von Gaunerzinken

Eine moderne Variante ist auch das Einklemmen von Werbeflyern oder eines Zetteln zwischen Zarge und Tür. Ist der Flyer am nächsten Tag immer noch eingeklemmt, so weiß der Einbrecher, dass niemand in der Zwischenzeit die Wohnung geöffnet hat - ein Einbruch ist günstig.

Es sind auch moderne Markierungsvarianten bekannt, die aus kleinen Steinchen, Zweigen oder Blüten bestehen, die wie zufällig vor einer Haus- oder Wohnungstür liegen und oft unbeachtet bleiben.

Wer derartige Malereien oder Markeriungen bemerkt, sollte die Polizei unter Tel. 110 informieren und anschließend die Zeichen entfernen.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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