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Landesweite Stallpflicht aufgehoben

Geflügelpest Landesweite Stallpflicht aufgehoben

Entwarnung für viele Geflügelhalter in Schleswig-Holstein: Die Stallpflicht für Federvieh gilt nur noch in bestimmten Risikozonen. Laut Minister Habeck nimmt die Zahl der Fälle seit Mitte März spürbar ab.

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Die landesweite Stallpflicht wurde aufgehoben.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer (Archiv)

Kiel. Ein erheblicher Teil des Geflügels in Schleswig-Holstein darf wieder ins Freie. Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die landesweite Stallpflicht für Federvieh am Mittwoch per Erlass aufgehoben. „Die Zahl der Nachweise von Geflügelpest bei Wildvögeln hat seit der zweiten Märzhälfte spürbar nachgelassen“, sagte Habeck. Auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor stufe das Risiko für Gebiete, wo es längere Zeit keine Fälle gegeben hat, mittlerweile als gering ein.

Bestehen bleibt die Stallpflicht im Norden damit nur noch in Risikogebieten wie einem Küstenstreifen an Ost- und Nordsee (drei Kilometer) sowie Seen und Flüssen mit besonderer Bedeutung für die Vogelwelt. Gleiches gilt für Wildvogelrast- und Sammelplätze für Arten, die über den März hinaus im Norden bleiben wie Gänse. Restriktionszonen gemäß der Geflügelpest-Verordnung bestehen aber weiter.

Im Stall bleiben die Tiere auch in Kreisen mit mehr als 500 Tiere pro Quadratkilometer, wenn dort der letzte amtliche Nachweis der Geflügelpest weniger als 30 Tage zurückliegt. Das betrifft laut Ministerium derzeit noch die Kreise Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie die Stadt Neumünster. Wie groß die betroffenen Gebiete dort sind, wird auf kommunaler Ebene entschieden.

„Damit kann ein erheblicher Teil des Geflügels wieder ins Freie“, sagte Habeck. Für die Umsetzung des Erlasses zur Aufhebung der landesweiten Stallpflicht sind die Kreise zuständig. Vor Ort wird darüber entschieden, ab wann sie nur noch in Risikogebieten gilt. „Schleswig-Holstein war und ist in Deutschland am längsten durch die Geflügelpest gefordert. Wir waren als erste und besonders stark betroffen und sie klingt hier zuletzt ab“, sagte Habeck. Ein Restrisiko bleibe.

Selbst bei Freilandhaltung gibt es weiter Einschränkungen: Die Tiere dürfen nur im Stall oder unterm Dach gefüttert werden. Wildvögel sollen keinen Zugang zu Futterresten oder Tränken haben. Ein Tränken erfolgt ebenfalls geschützt vor Wildvögeln. Halter müssen dafür sorgen, dass ihr Geflügel keinen Zugang zu natürlichen oder künstlichen Wasserstellen hat - beispielsweise durch Maschendrahtzäune.

Im nördlichsten Bundesland wurden in den vergangenen Monaten vor allem die Subtypen H5N8 und H5N5 des Geflügelpesterregers nachgewiesen - zuletzt vor allem im Süden. Seit Mitte März gab es nur noch Nachweise an sechs Fundorten, konzentriert auf die Kreise und kreisfreien Städte Dithmarschen, Segeberg, Stormarn, Lübeck, Neumünster und Herzogtum Lauenburg. Auch bundesweit nimmt die Zahl der Fälle ab.

Am Dienstag hatte KN-online darüber berichtet, dass die Landwirte in Schleswig-Holstein ansonsten massive Proteste durchführen würden.

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