20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Deutlicher Anstieg der Fallzahlen

Staatsanwälte Deutlicher Anstieg der Fallzahlen

Die Zahl der Ermittlungsverfahren in Schleswig-Holstein ist auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren gestiegen. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts Wolfgang Zepter wurden im vergangenen Jahr knapp 309000 Verfahren registriert. Das sind 30000 mehr als 2015 und ein Rekordwert seit 2007.

Voriger Artikel
86-Jährige betrogen
Nächster Artikel
90-Jähriger Fahrer durchbricht Zaun

Im Norden gibt es einen Zuwachs Fällen in fast allen Kriminalitätsbereichen.

Quelle: Daniel Maurer

Kiel. "Die Zuwächse gehen durch fast alle Kriminalitätsbereiche", sagte Zepter. Als Beispiele nannte er Gewalt- und Raubdelikte, den Computerbetrug sowie Sexual- und Rauschgiftstraftaten. "Es ist aber schwer zu sagen, ob die Gesellschaft krimineller geworden ist", sagte der Generalstaatsanwalt. Begründung: Die Polizei habe in einigen Bereichen wie etwa bei Drogendelikten genauer hingesehen, also bereits vorhandene, aber bisher nicht erfasste Kriminalität aufgedeckt. Zudem habe es infolge der Flüchtlingswelle deutlich mehr Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz (etwa kein gültiger Pass) gegeben. Diese Verfahren seien fast alle eingestellt worden.

"Wir wünschen uns mehr Personal", sagte Zepter. Er begründete das auch mit der Rekordzahl an Verfahren, in denen Tatverdächtige ermittelt worden seien. Das war im vergangenen Jahr in mehr als der Hälfte der Ermittlungsverfahren (knapp 179000) der Fall. Zepter lobte zugleich die Effizienz der Staatsanwaltschaften. Im vergangenen Jahr hätten die Juristen rund 70 Prozent der Verfahren binnen drei Monaten erledigt, also entweder zur Anklage gebracht oder aber eingestellt. "Das kann sich auch im Bundesvergleich sehen lassen."

Von Ulf Christen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3