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Neues Forschungsschiff für Kiel

Geomar Neues Forschungsschiff für Kiel

Überraschung an der Küste: Die Uni Hamburg und das Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanographie teilen sich ab 2020 ein Forschungsschiff. Die beiden betagten Hochseeforschungsschiffe „Poseidon“ (Baujahr 1976) und „Meteor“ (Baujahr 1986) werden auf Wunsch des Bundesforschungsministeriums durch einen einzigen Neubau ersetzt.

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Foto: Die "Poseidon" bekommt eine Nachfolgerin.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Kiel. Entschieden hat das Bundesforschungsministerium als Auftraggeber für das neue Schiff schon die Frage des Heimathafens: Am Heck wird „Kiel“ stehen. „Wir haben uns jetzt für einen gemeinsamen Nachfolgebau entschieden, weil sich gezeigt hat, dass es heute mit modernster Technik möglich ist, das Einsatzspektrum von Forschungsschiffen deutlich zu erweitern“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Eine Untersuchung der bestehenden Flotte hatte Überkapazitäten ergeben. Grund ist das Forschungsschiff „Sonne“ – der Neubau steht den Wissenschaftlern ganzjährig zur Verfügung und ist außerdem deutlich größer. „Die alte ,Sonne’ hatten wir nur 250 Tage im Jahr, den Neubau das ganze Jahr über“, sagt Prof. Peter Herzig vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Dadurch habe die Meeresforschung zusätzliche Kapazitäten bekommen. Für den Neubau stehen wichtige Parameter noch nicht fest. Ab Januar soll sich eine Arbeitsgruppe zusammensetzen. „Wir wissen, dass das Schiff die Größe der ,Meteor’ haben wird“, sagt Herzig. Er rechne damit, dass der Neubau 2016 und 2017 konzipiert und ausgeschrieben wird. „2018 und 2019 wird dann gebaut. Der Neubau muss Anfang 2020 der Meeresforschung zur Verfügung stehen“, so Herzig. Die Klasse (Schiffs-TÜV) der „Poseidon“ läuft Ende 2019 ab. Eine Überholung sei wirtschaftlich nicht vertretbar.

Für die Haushalte der Bundesländer und des Bundesforschungsministerium ist der Ersatz von „Poseidon“ und „Meteor“ durch nur einen Neubau eine kräftige Einsparung. Die Kosten eines Schiffes dieser Größe liegen zwischen 100 und 130 Millionen Euro. „Es ist wichtig, dass die dadurch eingesparten Kosten auch dem Forschungsstandort Schleswig-Holstein strukturell und dauerhaft zur Verfügung stehen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Eines steht aber auch fest: Oft wird das neue Schiff nicht in Kiel sein. „Das Fahrtgebiet des Neubaus wird sich an dem der ,Meteor’ orientieren“, sagt Prof. Michael Schulz vom Marum-Zentrum für Marine Umweltwissenschaften. Die 1986 auf der Schlichting-Werft in Travemünde gebaute „Meteor“ wird „global“ eingesetzt und ist im gesamten Atlantik sowie im östlichen Pazifik und im Indischen Ozean unterwegs. Die 1976 bei Schichau in Bremerhaven gebaute „Poseidon“ war „ozeanisch“ im Nordatlantik, dem Mittelmeer sowie im Roten und Schwarzen Meer zu sehen.

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