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Krankenkasse deckt falsche Abrechnungen auf

Schäden in Millionenhöhe Krankenkasse deckt falsche Abrechnungen auf

Es sind nur wenige schwarze Schafe, aber sie richten beträchtlichen Schaden an: 800 Verdachtsfällen von Abrechnungsbetrug in Arztpraxen und Krankenhäusern ist die AOK Nordwest in mehreren Bundesländern nach eigenen Angaben zurzeit auf der Spur - auch in Schleswig-Holstein.

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800 Verdachtsfällen von Abrechnungsbetrug in Arztpraxen und Krankenhäusern ist die AOK Nordwest in mehreren Bundesländern nach eigenen Angaben zurzeit auf der Spur.

Quelle: Jan Woitas/dpa (Symbolfoto)

Kiel. Luftrezepte, erfundene Behandlungen, manipulierte Rechnungen: Die AOK Nordwest verfolgt aktuell mehr als 800 Fälle. Allein in den vergangenen zwei Jahren holten Spezialisten der Krankenkasse Gelder in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro zurück. „Die meisten Leistungserbringer rechnen korrekt ab. Aber schon einige wenige schwarze Schafe können ein schlechtes Licht auf den gesamten Leistungsbereich werfen“, sagt Rechtsanwalt Jürgen Mosler, Leiter des Stabsbereichs Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen bei der AOK Nordwest. Der AOK-Chefermittler stellt am Donnerstag seinen Tätigkeitsbericht 2014/2015 dem AOK-Verwaltungsrat vor.

In Schleswig-Holstein waren die AOK-Ermittler zum Beispiel maßgeblich bei der Aufklärung eines Falls beteiligt, bei dem ein Medizinisches Versorgungszentrum in Hamburg und Neumünster Röntgenkontrastmittel in Übermaß bestellte und zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abrechnete. Der in Millionenhöhe entstandene Schaden werde jetzt geltend gemacht. Die Praxen sind bereits Ende 2012 in die Insolvenz gegangen.

In einem weiteren Fall rechneten mehrere Heilmittelerbringer gemeinsam systematisch krankengymnastische Leistungen ab, die nie erbracht wurden. In diesem Fall hat die Kasse bereits mehr als 110.000 Euro zurückbekommen. Gleich in mehreren Fällen kamen die Ermittler Pflegediensten auf die Spur, die Leistungen mehrfach abrechneten, die Patienten aber zu keinem Zeitpunkt erhielten. Hier konnte die AOK nach eigenen Angaben eine Schadensregulierung von über 100.000 Euro erwirken.

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Der Fall Hanserad rückt wieder einmal den Fokus auf die schwarzen Schafe im Gesundheitswesen. Wenn es stimmen sollte, was die Ermittler zusammengetragen haben, dann ist der Fall des Röntgenologen aus Hamburg eine andere Nummer als die anderen Betrügereien mit falschen Abrechnungen, die die Kassen zusammen mit Kripo und Staatsanwaltschaften aufdecken.

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