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Getreideernte schlechter als im Vorjahr

Schleswig-Holstein Getreideernte schlechter als im Vorjahr

Nach der Rekordernte von 2014 liegt die Messlatte hoch. Die Getreideernte wird in diesem Jahr wohl geringer ausfallen. Angesichts guter Erzeugerpreise seien die Aussichten für die Landwirte dennoch erfreulich, sagt der Kammerpräsident.

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Eine Getreideernte von 2,6 Millionen Tonnen wird erwartet.

Quelle: Armin Weigel/dpa

Kiel. Die Bauern in Schleswig-Holstein fahren in diesem Jahr voraussichtlich eine durchschnittliche Getreide- und Rapsernte ein. „Das Rekordergebnis von 2014 werden wir nicht erreichen“, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer, Claus Heller, am Donnerstag in Wakendorf 1 im Kreis Segeberg.

Nach einer ersten Schätzung werde eine Getreideernte von 2,6 Millionen Tonnen erwartet, teilte das Statistikamt in Kiel mit. Dies wären acht Prozent weniger als im Vorjahr. Die Anbaufläche für Getreide hatten die Landwirte um fünf Prozent ausgeweitet. Bei den Brotgetreidesorten Weizen und Roggen wird eine Erntemenge von knapp zwei Millionen Tonnen erwartet. „Wenn das Wetter weiter mitspielt, sind die Ernteerwartungen überwiegend vielversprechend“, sagte Heller.

Die Erzeugerpreise sind nach Angaben der Kammer dank hoher Weltmarktnachfrage in diesem Jahr etwas höher als im Vorjahr. Für eine Tonne Weizen werden derzeit rund 180 Euro gezahlt, bei Roggen liegt der Preis aktuell zwischen 145 und 150 Euro pro Tonne und bei Raps zwischen 370 und 375 Euro je Tonne.

Der Kammerpräsident verwies auf die enorme Steigerung der Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten. „Während in den 1950er Jahren noch 24 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft arbeiteten, sind es heute gerade mal zwei Prozent“, sagte Heller. Im Gegenzug sei der Kapitaleinsatz für leistungsstarke Maschinen gestiegen, sagte er. Damals hätten drei Mähdrescher das erledigen müssen, was heute einer schafft, sagte er. Wie das in der Praxis aussieht, demonstrierte Landwirt Thies Burmeister aus Wakendorf 1 auf einem seiner Äcker. Dort waren am Donnerstag zwei Mähdrescher eines Lohnunternehmers mit jeweils sechs Meter breiten Schneidwerken im Einsatz. Neben denen sah das Modell aus dem Jahr 1966 (Schneidwerk 1,80 Meter, Druschleistung 0,5 Hektar in der Stunde) fast wie Spielzeug aus. „Die großen können vier bis fünf Hektar pro Stunde mähen und dreschen. Das bedeutet dass sie den 17 Hektar großen Acker in drei Stunden schaffen“, sagte Burmeister.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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