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Druck auf den Gefängnisfluren nimmt zu

Strafvollzug Druck auf den Gefängnisfluren nimmt zu

Die Gewalt gegen Bedienstete in den Hamburger Justizvollzugsanstalten wächst. Gleichzeitig wehren sich die Bediensteten gegen zunehmende Überlastung.

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Ein Justizbeamter überwacht in der Vollzugsanstalt Billwerder den Flur zwischen den Hafträumen.

Quelle: Christian Charisius

Hamburg. Die Bediensteten im Hamburger Strafvollzug prangern die zunehmende Überlastung an. Sie befürchten „Radikalisierungstendenzen“. „Es gibt kein Bundesland, das ausreichend mit Personal bestückt ist“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Strafvollzugsbediensteten (BSBD), René Müller, am Rande des Treffens der Landesverbände in Hamburg.

Unter dem Personalmangel leide die Betreuung der Gefangenen – und auch deren Chance auf Resozialisierung. Eine besondere Herausforderung ist für die JVA-Mitarbeiter der G20-Gipfel, das Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im Juli. Dafür soll in Harburg eine Gefangenensammelstelle eingerichtet werden, sagte Müller. Doch dafür fehle Personal.

Mehr Fälle von Gewalt gegen Justizbedienstete

Unterdessen mahnte die Opposition, dass sich die Situation der Justizvollzugsbeamten zuspitze. Die Zahl der "Tätlichkeiten" gegen die Bediensteten habe sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, heißt es in der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Im Jahr 2015 habe es noch 13 Fälle von Gewalt gegen Bedienstete gegeben, während es 2016 bereits 34 gewesen seien.

In den sechs Hamburger Haftanstalten sind rund 1000 Bedienstete beschäftigt, die sich um etwa 1800 Gefangene kümmern. In Schleswig-Holstein sitzen rund 1200 Gefangene ein, die von etwa 900 Justizmitarbeitern betreut werden. Im Norden gab es erst im November eine Debatte um zunehmende Gewalt und steigende Brutalität unter Gefangenen.

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