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Tausende Stimmen für Luther

Gigantisches Chorprojekt Tausende Stimmen für Luther

Für Kathrin Wanger gehört Singen zum Leben. Jetzt leiht die Kieler Studentin ihre Stimme einem gigantischen Chorprojekt: dem Pop-Oratorium Luther, bei dem bis zu 2500 Laiensänger den Reformator auferstehen lassen.

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Die Luther-Welturaufführung fand schon im Oktober 2015 in Dortmund statt. Neben dem Musical-Ensemble wirkten damals 2500 Chorsänger mit.

Quelle: hfr

Kiel/Bad Segeberg. Doch für die Aufführung in Hamburg fehlen noch Sänger. Mitmachen können alle, die Lust auf ein klangvolles Gemeinschaftserlebnis haben. Seit 2008 singt Kathrin Wanger in Gospelchören – zunächst in ihrer Geburtsstadt Flensburg, seit dem Studienbeginn im Gospelchor Kiel-Gaarden. „Ich finde Singen total befreiend. Das Chorsingen gibt mir Kraft und Gemeinschaft. Das ist wirklich ein tragendes Element in meinem Leben geworden“, sagt die junge Frau, die in der Landeshauptstadt Soziale Arbeit studiert. Irgendwann ist sie in den sozialen Netzwerken auf den Gospel-Kirchentag 2010 in Karlsruhe gestoßen, hat kurzentschlossen daran teilgenommen und zum ersten Mal dieses Gefühl erlebt, mit unzähligen fremden Menschen Teil eines großen Ganzen zu sein. „Das war eine Riesenveranstaltung und trotzdem war alles friedlich. Außerdem bekommt man schnell viele Kontakte, man ist gleich willkommen und fühlt sich nie allein.“

So erfährt Kathrin Wanger auch von der Creativen Kirche des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten: Sie organisiert seit 20 Jahren Chorprojekte. Mitmachen kann jeder – unabhängig davon, ob er konfessionell gebunden ist oder nicht.

2011 nimmt die Studentin zum ersten Mal an einer Aufführung der Creativen Kirche in Braunschweig teil, 2014 noch einmal im Hamburger Michel. Als sie erfährt, dass die Stiftung Creative Kirche zusammen mit der Evangelischen Kirche zum Reformationsjubiläum 2015 ein Pop-Oratorium über Martin Luther plant, ist für die Studentin klar, dass sie unbedingt dabei sein will. Auch andere Schleswig-Holsteiner melden sich umgehend an. Jutta Medow aus Bad Segeberg zum Beispiel.

Die 60-Jährige hat vor Jahren über eine Freundin von der Creativen Kirche erfahren. „Wir haben dann in Hannover bei einem Chorprojekt mitgemacht und diese Gemeinschaft hat mich mitgerissen. Mit 1000 Sängern auf der Empore zu stehen – das war Gänsehautfeeling pur“, erinnert sich Jutta Medow. Deshalb möchte sie nun auch bei Luther mitsingen: „Das Besondere ist, dass das Werk in mehreren Großstädten in Deutschland aufgeführt wird. Und an jedem Aufführungsort wirkt ein ganz neuer Chor aus Bürgern der Region mit.“

15 000 Sänger haben sich bereits für die Aufführungen in neun Städten angemeldet. Kiel ist zwar nicht dabei, aber in Hamburg wird Luther am 18. Februar 2017 in der Barclaycard Arena aufgeführt. Gut 1200 Anmeldungen gibt es dafür schon. „Aber das reicht noch nicht. Wir hoffen, dass sich auch noch mehr Schleswig-Holsteiner anmelden. Dabei ist es unerheblich, ob man als Chor mitmachen möchte oder als Einzelsänger“, sagt Peter Krumm von der Stiftung Creative Kirche.

Im Mittelpunkt des Werkes von Michael Kunze und Dieter Falk steht natürlich der Reformator Martin Luther. Musical-Darsteller zeigen auf der Bühne, wie Luther vor dem Reichstag von Worms seine kirchenkritischen Aussagen widerrufen soll. Mit Unterstützung des Orchesters und des Chores wird Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und sein Kampf gegen Obrigkeit und Kirche dargestellt. „Es geht aber auch um eine aktuelle Frage: Wie konnte Luthers Anstoß zum Selberdenken umfangreiche Veränderungen in der Gesellschaft, in Ehe und Familie, in Bildung, Wissenschaft, Kunst und Musik auslösen?“, sagt Peter Krumm.

Und was muss man tun, um mitzumachen? „Einfach anmelden und die Chorpartitur bestellen“, sagt Kathrin Wanger. Auch Jutta Medow aus Bad Segeberg übt schon und hört sich die Lieder und Choräle regelmäßig auf einer CD an. Sie sagt: „Man möchte ja vorbereitet sein, wenn wir am 25. Juli zum ersten Mal in Hamburg proben.“

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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