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Historischer Münzschatz entdeckt

Grabung in Lübeck Historischer Münzschatz entdeckt

Bei einer Grabung in der Lübecker Altstadt stoßen Archäologen auf einen Münzschatz. Das ist in Lübeck erst viermal passiert, zuletzt vor 30 Jahren. Die Münzen steckten in einem zerfetzten Lederbeutel.

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Die historischen Münzen wurden in der Lübecker Altstadt entdeckt.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Lübeck. Bei einer archäologischen Grabung auf einem Privatgrundstück in Lübeck haben Experten einen Münzschatz entdeckt. Es handelt sich um rund 600 Silbermünzen aus dem 16. Jahrhundert. Damit stünde der Fund auf Platz zwei hinter dem großen Lübecker Münzschatz, der 1984 bei den Bauarbeiten für die neue Lübecker Musikhochschule an der Obertrave entdeckt wurde, sagte der Leiter des Bereichs Archäologie und Denkmalpflege, Manfred Gläser, am Montag.

„Schädel, Schiffe, Schätze — bei solchen Funden schlagen auch die Herzen von Archäologen höher“, sagte Gläser. Der aktuelle Fund steckte in einem ziemlich zerfetzten Lederbeutel in einem Fundament, das zum Seitenflügel eines Kaufmannshauses gehörte. Wo genau auf der Altstadtinsel der Schatz vor rund zwei Wochen gefunden wurde, wollte Gläser nicht sagen, um keine Raubgräber auf den Plan zu rufen.

Die Münzen aus dem 16. Jahrhundert wurden inzwischen von Restauratorin Sylvia Morgenstern gereinigt. Sie stammen im Wesentlichen aus den Hansestädten und aus Skandinavien und wurden vermutlich im ganz frühen 17. Jahrhundert vergraben. Wer sie versteckt hat und warum, wisse man nicht, sagte Gläser.

Der jüngste Fund ist nach Gläsers Worten der vierte Schatz, der auf der Altstadtinsel entdeckt wurde. Der erste stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist inzwischen verschollen. Ein zweiter wurde in den 1970er Jahren entdeckt. 1984 stieß ein Baggerfahrer eines Abbruchunternehmens auf den bislang größten Münzschatz Deutschlands. Er bestand aus 395 Gold- und 23 608 Silbermünzen und hatte einen Wert von umgerechnet rund 368 000 Euro. Der aktuelle Fund soll jetzt einem Numismatiker zur Bewertung übergeben werden.

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