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Busfahrer-Streik weitet sich aus

Große Städte in SH Busfahrer-Streik weitet sich aus

Nicht nur Kiel ist am Mittwoch vom Streik der Busfahrer betroffen. Viele Pendler und Schüler in Flensburg, Neumünster und Lübeck stehen ebenso vor Problemen. Die Gewerkschaft hat in den vier Kommunen zu einem Warnstreik der Busfahrer ab Betriebsbeginn aufgerufen.

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„Alle Arbeitnehmer sind zu dem Warnstreik aufgerufen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette.

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa (Archiv)

Kiel. Im Tarifstreit bei den großen kommunalen Busunternehmen in Schleswig-Holstein sollen am Mittwoch in den vier großen Städten des Landes ab Betriebsbeginn die Busse stehen bleiben. Die Gewerkschaft Verdi rief am Dienstag zu Warnstreiks bei den kommunalen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (SL), Flensburg (Aktiv Bus) und Neumünster (SWN) auf. „Alle Arbeitnehmer sind zu dem Warnstreik aufgerufen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Gerhard Mette. „Ausgenommen sind nur die Beschäftigten der Priwall-Fähre in Lübeck-Travemünde.“

Hintergrund ist die laufende Tarifauseinandersetzung. Am Dienstag war die dritte Verhandlungsrunde für den Bereich in Neumünster ohne Einigung geblieben.

In Kiel sollen die Stadtbusse der KVG mit Betriebsbeginn um 4 Uhr in den Depots stehen bleiben. Das betrifft laut der KVG alle Unternehmensteile. Wie lange die Busse nicht fahren werden, war nicht bekannt. Bei den gemeinsam von KVG und Autokraft bedienten Linien 501, 502, 900, 901, 902S rollen nur die Busse der Autokraft.

In Flensburg rechnet Aktivbus-Geschäftsführer Paul Hemkentokrax mit einem weitgehenden Ausfall des Betriebs am Morgen. Die Linien 1 bis 7 sind demnach im Berufsverkehr bis 9 Uhr voraussichtlich komplett unterbrochen. Nur die Linien 10 bis 14 sollen mit vereinzelten Ausnahmen auf der Linie 11 fahren. „Die haben wir an Subunternehmer vergeben“, sagte Hemkentokrax. Über elektronische Anzeigetafeln in Bussen versuche das Unternehmen, Pendler und Schüler über den Warnstreik zu informieren.

Die Stadtwerke Neumünster haben noch keine „genaue Lagebeschreibung“, sagte Stadtwerkesprecher Nikolaus Schmidt. „Wir gehen momentan von großen Unregelmäßigkeiten aus, auch der Schulbusverkehr ist betroffen.“ Pendlern empfiehlt er, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. In Lübeck geht die Sprecherin des Stadtverkehrs, Gerlinde Zielke, davon aus, dass die Busse in Travemünde von dem Warnstreik nicht betroffen sind.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster eine Einkommenserhöhung von monatlich 145 Euro brutto. „Die Kaufkraft der Beschäftigten wird durch die jüngste Preisentwicklung erheblich vermindert“, sagte Mette.

Nach Angaben der Arbeitgeber entspricht die Gewerkschaftsforderung einer Erhöhung von deutlich mehr als fünf Prozent. Sie bieten 2,2 Prozent an. „Das Angebot der Arbeitgeber liegt trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Bereich anderer aktueller Tarifabschlüsse“, sagte Wilfried Kley, Verbandsgeschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbandes.

Flensburgs Aktivbus-Geschäftsführer Hemkentokrax hat kein Verständnis für den Ausstand. „Wir hatten 2,2 Prozent auf zwölf Monate geboten“, sagt er. Das entspreche etwa der jüngsten Tarifeinigung der Länder doch dieses Angebot hätten die Gewerkschaften „als nicht verhandelbar zurückgewiesen“.

Trotz unterschiedlicher Positionen vereinbarten die Tarifpartner eine Fortsetzung der Verhandlungen am 23. März.

mit dpa

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